LEICA T (Typ 701) – im Produkttest – minimalistisches Design – Made in Germany

Apr 12, 2016

Wer das Paket mit seiner LEICA T Systemkamera das erste Mal in Händen hält, merkt sofort – hierbei handelt es sich um eine ganz besondere Systemkamera – Made in Germany. Der erste Eindruck der edlen Verpackung mit Schubladen und guter Polsterung setzt sich beim Auspacken fort und man hält, wie für diesen Kameratest, eine ganz besondere Kamera in Händen. Ein edler Aluminiumbody, ein minimalistisches Design – eine elegante Haut. Die Kamera liegt gut in der Hand.

LEICA T (Typ 701) mit T-Bajonett im Produkttest – der erste Eindruck

Wer meinem Instagram-Stream @pureglamtv in den Wintermonaten gefolgt ist, wird einen besonderen Stream gesehen haben, klassische Fotos, fast in schwarz-weiß mit harten Linien und harten Konturen. Aufgenommen mit der Systemkamera von LEICA – meiner Testkamera für besondere Streetphotography. Schnappschüsse während meiner Reisen im Winter, begrenzt auf das Wesentliche und heute möchte ich zurückblicken, auf die ersten Eindrücke, meine Erfahrungen auf der Reise und ein Fazit nach mehr als drei Monaten Testphase mit der LEICA T ziehen.

Man merkt sofort die Wertigkeit des ca. 1.500 EUR teuren Gehäuses der Systemkamera an, kein Styropor in der Verpackung, sondern edel ausgekleidet, der Gurt aus hochwertigem Leder mit Schnellverschlüssen, einfach nach Outfit den passenden Gurt gewählt und sicher sind die beiden Stecker in der Kamera wieder verankert. Verrutschen der Bänder unmöglich – das Design der Bänder, dezent aber doch praktisch. Das Gewicht von 410 Gramm ist für eine Systemkamera relativ hoch angesetzt, doch gut ausgewogen. Es macht einfach Spaß, die Kamera in Händen zu halten.

Die Größe der Griffe für Frauen gut geeignet, Männer legen häufig die Hand direkt unter die Kamera und halten das Gewicht locker fest. Doch auch neben Handtasche (oder in der Handtasche) kann die Kamera mit dem beigefügten Standardobjektiv 18-55mm gut mitgenommen werden und wirkt niemals klobig.

Was beim ersten Spaziergang mit der Kamera direkt auffällt – man wird permanent angesprochen. Beim Spaziergang in Berlin, entlang am Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz und dann weiter an der Leipziger Straße zurück zu meinem Hotel, dem Westin Grand Hotel in der Friedrichstraße, wurde ich am ersten Tag mindestens sechs Mal angesprochen, einmal als die Kamera nur über der Schulter hing, mal beim Verpacken in der Tasche und natürlich sobald man ein Foto macht. “Oh Sie fotografieren mit einer LEICA Kamera”. Der Kontrast zwischen modischem Lifestyleblogger und der klassischen silbernen LEICA T Systemkamera fällt sofort auf.

In jedem Satz eine Wertschätzung für den Hersteller – ein Produkt in Deutschland gefertigt. Unabhängig ob junge asiatische Touristen oder ältere Herren aus Berlin. LEICA ist ein Statement und LEICA wird sofort anerkannt. “Wer eine Leica Kamera hat, muss fotografieren können”. Doch so viel Grundwissen ist gar nicht nötig, die Kamera unterstützt von Beginn an und ein Blick in die Anleitung ist praktisch nicht nötig.

LEICA T (Typ 701) mit T-Bajonett im Produkttest – Bedienung

Wer jetzt unzählige Menüs und tausende Seiten von Handbüchern befürchtet hat, wird bei der LEICA T vom Gegenteil überrascht sein. Natürlich gibt es auch die Handbücher, doch die meisten Funktionen erklären sich von selbst. Lediglich ein Ein-/Ausschalter, ein Firmenlogo und der Produktname – dazu das große 3,7″ (9,4 cm)  Touch-Display. Weniger ist mehr und doch beginnt sich alles von selbst zu erklären, wenn man das erste Mal die Kamera eingeschaltet hat.

Ein Menüsystem mit Icons, welches individuell anpassbar ist und unterscheidet zwischen direkten Funktionen und Unterfunktionen. Ist es mit einer Eingabe gelöst, so wird es auf dem Display einfach bestätigt, stehen unzählige Punkte zur Verfügung, so wird ein Untermenü geöffnet, bei dem man weitere Funktionen noch einmal wählen kann. Eine Anleitung oder weitere Erklärung ist dabei nicht notwendig. Zusätzlich können die Kacheln entsprechend sortiert werden oder nicht benötigte Kacheln im MyCamera-Menü gelöscht werden. So hat man auf der Rückseite immer nur die Funktionen, die man wirklich benötigt.

Je nach Programmwahl dienen das linke Drehrad z.B. für die ISO Werte von 100 bis 12.500, das rechte Rad wird dann entsprechend für die Belichtungs- und Zeitstellung geändert. Im manuellen Modus verschwindet der ISO Wert leider in eines der Menüpunkte, da das linke Rad für die Zeit verwendet werden kann. Etwas umständlich, aber doch noch problemlos zu bewerkstelligen.

LEICA T (Typ 701) mit T-Bajonett im Produkttest – Fotoqualität

In der aktuellen Leica T (Typ 701) ist ein APS-C-CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 16 Megapixeln verbaut, womit mehr Wert auf Details und Lichtempfindlichkeit gelegt und doch eine gute Auflösung ermöglicht wird. Nach meinen Erfahrungen sind ISO-Werte unter 1000 noch gut vertretbar in Bezug auf Bildqualität, Werte darüber zeigen ein deutliches Bildrauschen, was je nach Bildkomposition jedoch auch einen schönen Stil hervorrufen kann.

Die Leica T Kamera zeichnet sich, wie von LEICA erwartet, mit einer hohen Detailtreue aus und einer ganz besonderen Bildsprache, die gerade auch in der SW-Landschaftsfotografie ihre Stärken ausspielt.

In Kombination mit dem mitgelieferten 18-55mm Objektiv (Blende 3,5-5,6) entstehen gute Fotos mit einer ansprechenden Detailtreue im Mittelpunkt des Fotos – in den Außenbereichen lässt die Schärfe dann etwas nach, was meiner Meinung nach für ein Objektiv mit dem Preis ca. 1.400 EUR nicht unbedingt vorhanden sein sollte. Das ebenfalls zur Verfügung gestellte Objektiv mit 35mm (Blende 1,4) ermöglicht jedoch sehr gute und kreative Bilder, die bei einem Preis für das Objektiv von fast 2.000 EUR jedoch auch erwartet werden dürfen.

Der Aufofokus in der verbauten Leica T gehört, wie auch in vielen anderen Rezessionen bereits erwähnt, in das Mittelfeld – er ist etwas träge und schwer-fällig und somit für schnelle Aufnahmen weniger geeignet. Wer sich jedoch für eine LEICA Kamera entscheidet, wählt diese edlen Kameras in den meisten Fällen sowieso für besondere kreative Bilder mit einer entsprechenden Zeit.

LEICA T (Typ 701) mit T-Bajonett im Produkttest – Blitz, GPS, WLAN

Die Leica T verfügt über einen eingebauten kleinen Blitz, der über den Ein-/Ausschalter herausgefahren werden kann und dann mit einer Leitzahl 12 zugeschaltet wird. Für eine leichte Aufhellung auf einer großen Fläche ist der Blitz eine nette Zusatzfunktion, aber nicht unbedingt notwendig.

Die Leica T verfügt dazu über WLAN Modul und verbindet sich auf Wunsch mit dem heimischen WLAN und benötigte einige Versuche bis die Verbindung stetig aufgebaut wurde. Mit dem Firmware Update auf Version 1.5 scheint sich der Verbindungsaufbau verbessert zu haben.

Das GPS Signal wird über den externen Sucher Visoflex hergestellt, der in den Zubehörschuh der Kamera gesteckt wird und neben einem winkelbaren Sucher auch die Fotos mit den entsprechenden Daten versieht. Der Aufpreis für den Sucher liegt bei ca. 550 EUR

LEICA T (Typ 701) mit T-Bajonett im Produkttest – FAZIT

LEICA gelingt mit der LEICA T (Typ 701) eine besondere Kamera, die die ehemaligen Werte von “Made in Germany” wieder in den Vordergrund hebt. Eine hochwertige Verarbeitung, ein edles Unibody-Gehäuse aus Aluminium gefräst, dazu das edle und minimalistische Design. Wer eine LEICA Kamera wählt, möchte ein besonderes Gerät mit zeitlosem Design haben, für besondere Fotos und besondere Auftritte. Wer LEICA trägt und mit LEICA fotografiert fällt auf und erhält eine direkte Wertschätzung.

Es wäre nicht fair, diese Designkamera mit anderen Systemkameras in den Vergleich zu stellen – LEICA spielt in einer eigenen Liga. Neben den einfach zu erlernen Funktionen, der besonderen Bildsprache fällt die Leica-T mit vielen Kleinigkeiten angenehm auf, wie z.B. der direkt vorhandene 16 GB Speicher, der durch externe SD-Karten noch erweitert werden kann.

Wer eine Kamera mit perfektem Design, einer hochwertigen Verarbeitung und vielen Möglichkeiten sucht, die neue Technik mit der Wertigkeit von LEICA verbinden möchte, kann bei der LEICA T nicht viel falsch machen. Ein hochwertiges Kamera-Produkt – “Made in Germany”.

Dieser Post wurde ediitiert am Apr 24, 2020 14:36

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