Fake Followers, gekaufte Follower und Likes, Instagram, Facebook, YouTube

Gekaufte Follower und Likes gehören leider seit einigen Monaten und Jahren zu der Social-Media-Welt wie Emails und Fotos. Nachdem mich am Wochenende einige aufgrund meines Wochenrückblicks gefragt haben, warum ich zukünftig weniger Workshops für Blogger durchführen werde und in Zukunft auch weniger Blogger-Reisen ausschreiben werde, möchte ich das Thema einfach einmal erklären. Wie kauft man Follower, wie bekommt man mehr Likes, gibt es automatische Likes und kann man diese gekauften Follower und Likes sehen? Wo kauft man Follower, kann jeder es erkennen und wie sie die Engagement-Raten?

Fake Followers, gekaufte Follower und automatische Likes, Instagram, Facebook, YouTube

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das Thema einmal auf meinem Blog aufgreifen werde oder es einfach für mich akzeptieren sollte. Doch je mehr Kooperationen man für Blogger organisiert hat, in je mehr PR-Agenturen und großen Marken man Vorträge über Blogger-Relations gegeben hat und einmal auf die Entstehung geguckt hat, umso mehr steigt der Ärger auf. Vor einigen Monaten hat eine Bloggerin aus München schon einmal treffend formuliert „100k ist das neue 10k“.

100.000 Follower sind das neue 10.000 Follower

Schaut man sich die Blogger an, die häufig seit 2008, 2009 oder 2010 ihren Blog schreiben, in der Regel als Hobby zunächst und in einigen Fällen nun auch professionell, so haben sich die Follower langsam gesteigert, die Interaktionen und Kommentare sind gestiegen und man kann in den Kommentaren bereits lesen, dass eine Beziehung zwischen „Blogger“ und „Follower“ besteht.

Die Instagram-Profile sind entsprechend auch 2011, 2012 oder 2013 gestartet worden, viele Fotos sind im Stream – eventuell sind auch einmal die „Jugendsünden“ auf einmal gelöscht worden und 400 Fotos entfernt worden, weil Instagram auch für Blogger professioneller geworden ist und der Instagram-Stream eine einheitlichere Bildsprache bekommen sollte. Aber man sieht auch an den ersten Fotos noch – „vor 3 Jahren hochgeladen, etc.“

Wenn man allerdings relativ jung mit dem Blog gestartet ist, einen Instagram-Kanal eröffnet hat und dann auf einmal 5.000 oder 10.000 Follower in wenigen Wochen vorhanden sind und es dabei nur 40 bis 100 Likes und null bis fünf Kommentare mit lediglich „Beautiful“ gibt, wird man zunächst einmal misstrauisch.

Es ist natürlich ärgerlich, sowohl für Agenturen, Marken, aber auch andere Blogger, wenn Blogger z.B. zu Sportevents eingeladen werden, bei denen von 15.000 Followern 80-90% mindestens gekauft sind. Für den Kunden sind die Erwartungen an die Kooperation enttäuscht worden und für andere Blogger bedeutet dieses häufig – „Wir arbeiten nicht mit Bloggern oder Instagrammern zusammen, da kommt nichts bei rum…“. Logisch, wenn 90% der Follower aus Bangladesh, Indien, Pakistan, dem Iran oder Irak kommen und real gar nicht existieren.

Glücklicherweise schauen immer mehr Unternehmen und PR-Agenturen bei Kooperationen nicht mehr nur auf die Follower-Anzahl, sondern vor allem auf die Engagement-Rate. Ich nehme doch lieber einen Blogger zu einer teuren Reise mit, die vielleicht nur 2.000 echte Follower hat, aber 200-400 Likes pro Bild bekommt, 30 Kommentare darunter hat, die sich auch mit der Person beschäftigen.

Gekaufte Follower und automatische Likes – wie erkennt man gekaufte Follower, gekaufte Likes, automatische Like-Robots

Es gibt verschiedene sehr gute kostenpflichtige Analyse-Programme, die auch dauerhaft Accounts verfolgen können, tägliche Follower Zuwächse und Verluste protokollieren und genau auch Anzeigen, wie vielen Personen man selbst folgt, wie viele Bilder hochgeladen werden und natürlich auch wieder, wie viele Bilder gelöscht wurden.

Dazu gibt es dann verschiedene Tracking-Möglichkeiten, die den durchschnittlichen Engagement-Faktor pro Bild festlegen, die durchschnittlichen Likes pro Bild und ebenso die durchschnittliche Anzahl der Kommentare, aber natürlich auch die besten und schlechtesten Bilder pro Instagrammer anzeigen. Auf Wunsch kann man anschließend einen Alert per Email bekommen, wenn bei einem Instagrammer ein Bild besonderes gut läuft oder deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Ebenso gibt es eine Einschätzung, was ein Bild bei Instagram „kosten“ dürfte – bzw. was man im Vergleich als Unternehmen nur für das Bild bezahlen sollte.

Was natürlich auffällig ist und wofür man überhaupt kein Analyse-Tool benötigt, ist das logische Verständnis. Wenn man „10.000 Follower“ hat, aber nur 50 Personen ein Bild liken, es null oder einen Kommentar dazu gibt (meistens ein Herzchen von einem privaten Account), wirkt es zumindest ein wenig „komisch“ :-).

Gleiche Situation entsteht natürlich, wenn das Bild innerhalb von wenigen Minuten nach dem Upload 500, 1.000 oder 2.000 Likes bekommen und nach 24 Stunden lediglich noch ein bis zehn Prozent weitere Likes. Wenn unabhängig von der Tageszeit immer 95% der Likes innerhalb von wenigen Minuten auf dem Bild sind, danach aber niemand mehr da ist – ist es schon auffällig, oder? Wenn man 100.000 Follower hat, warten davon 95.000 Follower nur Tag und Nacht auf das nächste Bild von euch, nur um dieses innerhalb von fünf Minuten zu liken? Eher unwahrscheinlich oder?

Ihr könnt bei vielen Instagrammern relativ leicht erkennen, ob „vielleicht ein wenig nachgeholfen“ wurde. Meistens sind die Zahlen relativ identisch und die Kommentare relativ gering. Bei neuen Accounts mit weniger als 1.000 Followern sind die Zahlen und Likes natürlich häufig etwas geringer, die Kommentare auch meistens von den gleichen Personen, aber je größer die Followerzahlen, desto größer die Wahrscheinlichkeit.

Durchschnittliche Like pro Bild Zahl bei Instagram 4,21% (06/2015)

Instagram hat im Jahre 2015 einmal die durchschnittliche Like-Zahl von 4,21% (+/- 1%) angegeben und zeigt, wie viele Likes pro 100 Follower im Durchschnitt bei Instagram auf Fotos vergeben wurde. Diese Zahl ist durch verschiedene Veränderungen im Stream sicherlich für viele Instagrammer nicht mehr haltbar, aber liegt in der Regel noch immer zwischen 2,5% und sehr guten Accounts bei 4,5%.

Wenn man also 10.000 Follower hat, bewegen sich viele Accounts zwischen 250 und 450 Likes und werden regelmäßig erreicht. Üblich sind dabei oft 10-20 „echte“ Kommentare, die natürlich auch davon abhängig sind, ob ihr selbst aktiv seid und selbst auch zurück kommentiert. Je mehr Follower man über die Zeit bekommt, desto geringer werden erfahrungsgemäß prozentual jedoch auch die Likes, da die Fotos nicht mehr jedem Follower angezeigt werden. Bei mir war es damals relativ brutal, als ich von 9.900 auf 10.000 Follower gestiegen bin, die Like-Zahlen brachen kurz um fast 30% ein, obwohl es Fotos aus der gleichen Serie waren. Ein ähnlichen Einbruch haben einige Instagrammer auch bei 100.000 bei Followern, bis sich die Rate anschließend wieder etwas relativiert.

Natürlich wird es immer ein mal Ausbrüche nach oben und unten geben und auch bei mir gibt es Fotos, die einmal deutlich weniger Likes bekommen, andere dafür deutlich mehr. Bei meinem Account @vanessa.pur bewege ich mich bei den Fotos momentan bei ca. 3,0 – 5,0% – immer etwas abhängig vom Thema, Outfit und Uhrzeit.

Nimmt man sich einen Account also mit 30.000 Follower, so sollten immer wieder das 750 – 1.000 Likes pro Bild entstehen, abhängig wie regelmäßig ihr postet, wie sich eure Follower zusammensetzen und auch wie ihr selbst euren eigenen Instagram-Stream folgt und pflegt.

Personen, die sich viel Zeit am Tag für die eigenen Abonnenten nehmen, die Fotos der Personen denen sie selbst folgen, auch mit Likes und Kommentaren aktivieren, erhalten auch mehr Reaktion auf die eigenen Fotos. Wenn man jedoch 2.000 oder 3.000 Personen folgt, wird es schwer, jedes Bild zu liken oder zu kommentieren und man fällt selbst auch gar nicht mehr so aktiv auf.

Es wird viel häufiger nachgeschaut, wer hat mein Bild kommentiert oder wer hat mein Bild „geliked“ als viele User denken. Auch ich schaue mir die Kommentare und Personen, die ein Bild kommentiert haben, viel häufiger an, als wenn man mir nur folgt. Gefällt mir das Bild dann auch, setze ich ein „Like“ oder hinterlasse einen „Kommentar“, unabhängig ob ich ein Follower des Instagrammers bin oder nicht.

Man kann also damit schon das erste Mal einen relativ guten Eindruck bekommen, ob der Account sehr aktive oder eher sehr passive Follower hat. Ist der Wert weit unter den Durchschnittswerten von Instagram, die Followeranzahl aber relativ hoch, so schaut man natürlich bei kostspieligen Kooperationen und vor allem auch Reisen natürlich einmal genauer nach.

Die folgende Grafik verdeutlicht auf einfache und schnell zu ermittelte Art und Weise mit einigen Tracking-Tools, die viele Agenturen auch verwenden, zumindest „spontane“ Anstiege an Followern. Die Ursachen können bei Bloggern ganz unterschiedlicher Herkunft sein und müssen nicht immer direkt mit gekauften Followern zusammenhängen.

Ist der Blogger z.B. in einer großen Zeitung mit seinem Kanal gefeatured oder war z.B. bei Shopping-Queen oder anderen Sendungen im TV steigt der Kanal in der Regel sehr schnell an (und auch weit über 1.000 Follower), doch dieser Anstieg ist selten an nur einem Tag, die Bilder an dem Tag haben in der Regel eine sehr hohe Anzahl an Kommentaren und Likes und meistens steht auch dort bereits ein Hinweis auf die Sendung wie z.B. „Ich habe dich gerade bei Shopping Queen gesehen, du warst so toll“, etc. und es erklärt sich meistens. Alternativ erklären viele Blogger von sich dann auch schon den Wachstum.

Sind es allerdings Sprünge und häufig auch ein gleichzeitiger Verlust von einigen Followern, so wird man natürlich etwas vorsichtiger. Oft sind es natürlich „geheime Gruppen“, „eine neue Bildsprache“ oder ich bin „gefeatured worden, möchte aber nicht sagen wo“ als Erklärung angegeben. Es ist zumindest komisch, denn wenn ich erwähnt wurde, bin ich eigentlich stolz darauf, dass meine „Arbeit“ auch außerhalb meiner eigenen Community so einen Anklang findet.

Schaut man sich den Kanal dann die nächsten Tage an oder so wie oben im zweiten Chart, wo treppenförmig jeden Sonntag ein Anstieg von ca. 1.000 Followern erfolgt, in der Woche dann wieder 100 verloren werden, so merkt man schnell, ob sich eine Veränderung ergeben hat oder ob eines der unzähligen Angebote für „günstige Follower“ gewählt wurde.

Ein weiteres Beispiel bei einigen Instagrammern – zwar etwas geschickter angestellt – ist der relativ schnelle Wachstum der Follower auf 60.000 bis 80.000 Follower über sechs bis 12 Wochen, sobald man in eine Blogger-Community eingetreten ist und betreut wird. Es macht den Eindruck – unsere Blogger verfügen alle über Instagram-Accounts mit mindestens 60.000 Followern. Problematisch natürlich nur, wenn die Likes pro Bild weiterhin bei 300 oder 400 Likes stehen. Auch daher achten viele Unternehmen immer häufiger auf die Engagement-Rate, die als zweiter Wert zur Kalkulation herangezogen werden sollte.

Gekaufte Follower und automatische Likes – Suggested Instagram-Account

Eine Ausnahme bei den Anstiegen und wie oben bereits erwähnt auch nachvollziehbar ist, wenn der Account von Instagram als „Suggested / Empfohlen“ eingestuft wird. Instagram hält diesen Account dann zeitweise für besonders interessant und empfiehlt jedem neuen Instagram-Follower zehn Accounts, denen man unbedingt folgen sollte. Man erhält, wie links dargestellt, eine EMail bzw. Message von Instagram und wird über den Platz auf der Liste informiert.

Gekaufte Follower und Likes bei Facebook - Interaktionen und Engagement erkennen - woher kommen die Follower, woher kommen die Likes

Man erhält dann über einen Zeitraum von sieben bis in der Regel 14 Tagen einen täglichen Follower-Wachstum von 500 bis 1.500 Followern pro Tag. Was zunächst wie ein starker Anstieg aussieht, hat natürlich auch zwei Nachteile:

  • Es folgen Menschen dem Account, die sich überhaupt nicht für den Account und die Bildsprache interessieren, sondern nur folgen, weil Instagram es empfohlen hat. In Zukunft folgen die Personen zwar dem Account, aber beachten die Bilder relativ wenig. Das Verhältnis zwischen Follower/Likes sinkt schnell und extremer. Es entstehen häufig „Ghost-Follower“, die vielleicht auch Instagram nur einmal ausprobieren wollten und dann doch keinen Spaß an der APP haben.
  • Jeder neue Spam-Account folgt auch den Suggested-Accounts und somit bekommt man relativ viele Spam-Kommentare „Get free followers“, etc. und muss seinen Account ständig bereinigen. Hinzu kommt, dass diese Accounts anschließend von Instagram wieder Stück für Stück gelöscht werden und man relativ viele Follower am Tag wieder verliert. Es ist etwas frustrierend, wenn man trotz guter Bilder immer wieder Follower verliert, die inaktiv waren oder dem Account gar nicht folgen wollten.

Der Ruhm der durch diese Aktionen entstehen ist natürlich schön, aber es gibt eben auch die Situation, dass es häufig die Engagement-Rate beeinflussen. Um als Account von Instagram als „Suggested“ eingestuft zu werden, sollte die Bildsprache einheitlich sein und regelmäßig posten.

Hier werden Lifestyle-Accounts und Reisebilder häufiger gewählt, als ein reiner Fashionblogger-Account. Mein Account @pureglamtv wurde von Instagram bereits zwei Mal als „Suggested“ eingestuft, einmal für meine Fotos von Sylt, einmal für die helleren Bilder. Es ist immer ganz unterschiedlich, was gerade ausgewählt wird und welchen Erfolg man anschließend hat.

Instagram-Likes und Follower bei YouTubern

Die bekannten Engagement-Raten von 2,5% bis 4,5% sind eine ganz andere Welt bei vielen YouTuberinnen, die gleichzeitig auch einen Account bei Instagram haben. Hier liegen die Accounts häufig zwischen 100.000 und 500.000 Abonnenten, die Like-Zahlen bewegen sich jedoch bei 5-15% und sind vollkommen realistisch.

Wie auch schon in meinen Vorträgen, dass YouTube auch für Blogger immer wichtiger wird, erwähnt wurde – so treffen hier genau zwei passende Zielgruppen aufeinander, die auch selbst Einfluss auch noch aktiven Einfluss auf die Twitterkanäle haben. Bekannte YouTuber haben Twitter-Kanäle mit 500k und mehr Followern, jede neue Botschaft löst einen neune Twitter-Trend aus. Diese Community ist hyperaktiv und bestätigt auch die hohen Like-Zahlen.

Schaut man sich die bekannten Instagram-Accounts der YouTuber wie DFashion, Xlaeta, Melina, Bigi, Daggi etc. an, so liegen die Reichweiten alle im 100.000 oder 1.000.000-Bereich und die Like-Zahlen sind entsprechend, häufig bei über 10%. Für Marken, die genau die junge Zielgruppe zwischen 13-20 Jahren ansprechen möchten, ein perfekter Werbepartner. Was die „It-Girls“ vorstellen, wird gekauft. Für eine Kooperation im Premium-Segment für einen teuren Sportwagen, eine luxuriöse Hotelsuite, etc. ist eine Kooperation natürlich weniger interessant, da die Käuferschicht, häufig nicht der Follower-Schicht entspricht. Die Follower-Gruppen sind im Gegensatz zu einigen o.g. Bloggern jedoch in der Regel echt und authentisch – wenn auch momentan seltener für das Luxus- oder Premium-Segment geeignet.

Facebook-Likes und Engagement-Raten bei Bloggern

Neben dem für Blogger wichtigsten Netzwerk „Instagram“ hat Facebook auch immer noch eine große Bedeutung und wird für Kooperationen herangezogen. Auch wenn die Zielgruppe der Facebook-Follower schon anders geworden ist, jüngere Menschen häufig Snapchat, YouTube und Instagram wählen, so wird noch immer ein Wert auf Facebook gelegt. Gerade bei Reisekooperationen oder für die Fashionweek wird bei vielen Unternehmen noch auf die Followerzahl geschaut.

Die einfachste Methode für Blogger selbst ein wenig über die eigene Facebook-Seite zu schauen ist einfach die Einstellung in den „Facebook-Seiteneinstellungen“. Dort könnt ihr unter dem Menüpunkt „Statistik“ die Werte eurer eigenen Seiten beachten, jedoch im unteren Menüpunkt auch weitere Seiten hinzufügen und erkennt dort unter anderem

  • Wachstum der Facebook-Seite in Prozent (im Vergleich zur Vorwoche)
  • Beiträge in der letzten Woche
  • Interaktionen in der letzten Woche

Wenn Ihr eine Seite nun seht, die über 60.000 Follower hat, 10 Beiträge gepostet hat und dabei nur 200 Menschen angesprochen hat – wirkt es doch zumindest für die Bloggerin „etwas traurig“.

Hat die gleiche Seite dann in der Woche auch noch einen Wachstum von 3% erhalten, so wird es zumindest „ein wenig komisch“ :-) … wenn sich 1.800 neue Follower in der letzten Woche für die Bloggerin „interessieren“, aber man die Beiträge der letzten Woche nur von 200 Menschen gesehen werden – wie kann das funktionieren?

Wenn ich einer Seite bei Facebook folge, sehe ich natürlich auch die Beiträge und folge nicht einfach einer Liste der Top100-Seiten denen man diese Woche folgen sollte… :-).

Wenn ihr eine eigene Facebook-Seite habt, könnt ihr einfach die Seiten anderer Blogger (aber auch Unternehmen) in der Liste hinzufügen und euch den Wachstum, aber auch die Anzahl der Beiträge und Interaktionen beobachten. Ganz interessant sind natürlich auch die Tools, die man professionell einsetzen kann und womit ich z.B. auch für viele Unternehmen die Zusammensetzung und Interaktionsraten von Bloggern für Unternehmen zusammenstelle.

Nachfolgend gibt es einmal einige Beispiele von Bloggern, die für Projekte im Zeitraum von August bis Oktober einmal genauer untersucht wurden. Interessanterweise haben sich die Follower bei diesen Bloggern in den letzten sechs Monaten mehr als verdoppelt, aus 30.000 wurden über 60.000 Follower, aus 40.000 über 90.000 Follower und die anderen Accounts liegen bei über einer Million Follower.

Gekaufte Follower und Likes bei Facebook - Interaktionen und Engagement erkennen - woher kommen die Follower, woher kommen die Likes
Internationale Bloggerin – Wachstum des Kanals seit dem Screenshot noch einmal ca. 35% in 6 Monaten
Gekaufte Follower und Likes bei Facebook - Interaktionen und Engagement erkennen - woher kommen die Follower, woher kommen die Likes
Deutsche Bloggerin – Wachstum des Kanals seit dem Screenshot ca. 110% – davon nur geringfügig in DE
Gekaufte Follower und Likes bei Facebook - Interaktionen und Engagement erkennen - woher kommen die Follower, woher kommen die Likes
Deutsche Bloggerin – Wachstum des Kanals seit dem Screenshot ca. 100%
Gekaufte Follower und Likes bei Facebook - Interaktionen und Engagement erkennen - woher kommen die Follower, woher kommen die Likes
Internationale Bloggerin – Wachstum des Kanals seit dem Screenshot noch einmal ca. 25% in 6 Monaten

Bei drei von vier der Facebook-Kanäle ist es wirklich schade, denn auch ohne die gekauften Follower und Likes wäre die Reichweite noch immer sehr gut gewesen und vor allem das Engagement der Leser hätte gestimmt. Nun gibt es Situationen, wo ein Foto 0.05% anspricht, ein anderes Bild 1.5% der Follower. Wie soll ein Unternehmen damit kalkulieren können?

Geht es wirklich nur noch um die Zahl – die angibt, wie wertvoll man als Blogger ist? Leistet ein Blogger mit 1.000.000 gekauften Follower eine bessere Arbeit als ein Blogger mit 10.000 oder 30.000 echten Followern?

Bereits auf der letzten ITB-Reisemesse in Berlin war es wieder sehr deutlich, wie die Zahlen „manipuliert“ werden um damit eine Reise zu bekommen. Glücklicherweise sind in der Reisebranche viele Unternehmen schon etwas besser geworden oder lassen sich entsprechend beraten und wählen lieber eine Reisebloggerin oder einen Reiseblogger, der vielleicht ein paar Follower weniger hat, die aber echt und aktiv sind.

In den letzten Tagen habe ich eine Anfrage erhalten für eine Kooperation mit einer Bloggerin mit über 1.000.000 (!) Follower bei Twitter – bei nahezu null Tweets und natürlich keine Retweets oder Likes. Auch hier wieder als Vergleich einige YouTuber bei Twitter, die „nur“ 500.000 Follower haben, aber hunderte von Likes und Retweets verursachen. Die Follower mögen in dem Fall die falsche Zielgruppe für eine Luxusreise sein, aber für ein anderes Produkt kann gerade diese Community perfekt sein.

YouTube-Views und Abonnenten – bei Bloggern & YouTubern

So leicht, wie man bei Instagram und Facebook nachvollziehen kann, woher die Follower kommen, wie die Sprünge in den Followern erfolgt sind, so einfach geht es leider nicht ganz bei YouTube.

Man kann zwar ähnlich, wie bei Instagram auch, einen Chartverlauf sich mit den entsprechenden Tracking-Tools ziehen lassen und es fallen dort natürlich auch Sprünge von 1.000 gekauften Followern an einem Tag schnell auf, man kann jedoch nicht die Herkunft der YouTube-Follower ohne Hilfe des YouTubers bestimmen lassen.

Bei YouTube reicht es jedoch häufig schon zu sehen, wenn ein Video online gestellt wurde, wie viele „Fans“ und Follower werden in den ersten Tagen angesprochen und wie sind die Interaktionen.

Wenn ein beliebter YouTuber wöchentlich bei 50.000 Followern ein neues Video hochlädt und nach 7 Tagen gerade einmal 500 Abrufe bekommt und vielleicht zwei Kommentare, ist es schon etwas „unrealistisch“.

Viele der großen und bekannten YouTuber sprechen in den ersten Tagen, je nach Thema, bereits 30-50% ihrer Follower an, die Kommentare zu dem Video entsprechend und auch passend und auf das Video oder die Person bezogen. Wenn man als Reiseblogger jedoch mit einer sehr aktiven Community in anderen Netzwerken unterwegs ist, mehr als 15.000 Follower hat und ein Video einer Fernreise in 10 Tagen nicht einmal 300 Abrufe bekommt, ist es zumindest „auffällig“ und man sollte als Unternehmen den Kanal nicht ganz stark berücksichtigen.

Natürlich kann man auch Verläufe, Followerzahlen und Views über längere Zeiträume analysieren, was aber immer eine Hilfe ist, ist die „Kanalinformation bei YouTube“. Wann ist der YouTuber bei YouTube angefangen, wann wurde der Account erstellt und wie viele Videoabrufe gibt es bisher.

Schaut man dann in der Spalte „Videos“ nach, wann die Videos hochgeladen wurden, erhält man zumindest einen guten Durchschnittswert, wie aktiv der Kanal ist und wie viele Abrufe pro Monat generiert wurden.

Follower und Likes kaufen bei Instagram, Facebook und YouTube – FAZIT

Es gibt so viele Beispiele, die anschließend aufgefallen sind und es nützt auch bei Instagram nichts, wenn man den Usernamen einfach ändert. Die Historie wird weiter mitgenommen. Auch als Fashionbloggerin mit über 60.000 Followern ist es schon „verwunderlich“, wenn sie zwar 1.000 Likes bekommt, aber auch nur einen Kommentar. Da nützt natürlich kein Calvin-Klein BH oder das süßeste Lächeln, wenn die Engagement-Rate einfach nicht mit gewachsen ist (und die anderen Netzwerke nahezu null Aktivität für eine Bloggerin haben).

Daher wird es auch für Unternehmen immer wichtiger, neben der Follower-Anzahl, vor allem auch die Likes und Kommentare in ein Verhältnis setzen. Ist es ein reiner Fashion-Instagrammer, der eine XXL-Community aktiv anspricht, kann es eine gute Wahl sein. Ist es ein aktiver Blogger, der einerseits auch gute Texte und Fotos beherrscht, die Grundlagen von SEO kennt und dazu noch einen guten Account bei Instagram hat, so kann diese Person für die Kooperation die bessere Wahl sein, da das Paket einfach stimmt.

Es hängt einfach immer sehr viel davon ab, welche Zielgruppe möchte ich erreichen, geht es um ein reguläres Bild, was in der jungen Community eine große Gruppe ansprechen soll, so sind junge Instagrammer und YouTuber häufig eine gute Wahl, gibt es auch um Texte, die dauerhaft im Netz sein sollen und die eine andere Zielgruppe ansprechen, so kann ein Blogger – auch mit einer kleineren echten Followerzahl – die bessere Wahl sein.

Neben der reinen „Followerzahl“ sollte man immer das Verhältnis von Likes/Kommentare berücksichtigen und einmal in ein Verhältnis setzen und schauen, ob es in der Nähe von 3,5% liegt. Selbst ein Wert von 2%-2,5% kann je nach Kooperation noch interessant sein, doch Werte darunter, mit sehr wenigen Kommentaren sollten zum Nachdenken anregen.

Auch in Zukunft werde ich bei den Vorträgen und Agenturen, die mit mir bereits zusammenarbeiten auch diese Beispiele und Tools wieder ausführlich vorstellen und freue mich über jeden Bloggern, Instagrammer und YouTuber, der eine tolle Fan-Base hat und auch noch das Motto verfolgt „Lieber 10.000 echte aktive Follower, als 100.000 gekaufte Follower“…

Stand: 09.06.2016