Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – Ausstattung, Qualität, Anschluss

Wenn die dunkle Jahreszeit kommt, ist die Sorge um die eigenen vier Wände, das freistehende Einfamilienhaus oder auch die Ferienwohnung wieder deutlich gestiegen. Doch viele Einbrüche passieren gar nicht in der Winterzeit oder in den Abendstunden, sondern auch tagsüber. Immer mehr Menschen machen sich daher Gedanken, wie kann ich mein Haus mit einer Videoüberwachung absichern, welche einfachen Lösungen gibt es für die Hausüberwachung und welche Kamera kann ich nutzen, wenn ich kein Stromanschluss zur Verfügung habe?

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test - Ausstattung, Qualität, Anschluss

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – Ausstattung, Qualität, Anschluss

Die Auswahl der WLAN-Videokameras für die Hausüberwachung ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen und es gibt für nahezu jeden Fall und jedes Haus ein paar Lösungen oder zumindest Alternativen. Gerade wenn man zunächst einmal eine Ferienwohnung überwachen möchte oder die Kamera im Kinderzimmer/Babyzimmer zur Kontrolle installieren möchte, soll es vor allem einfach sein und wenn möglich auch kostengünstig.

Ein Hersteller, den wir das erste Mal auf der IFA Messe 2017 in Berlin wahrgenommen haben, ist das Unternehmen Reolink. Es bietet verschiedene Produkte zur Haussicherheit und Hausüberwachung an und hat dabei zwei Schwerpunkte geschaffen. Auf der einen Seite bietet das Unternehmen Kameras mit PoE (Power over Ethernet) an, die professionell in die Infrastruktur eingebunden werden können und damit auch große Unternehmen überwachen und seit einiger Zeit auch Videokameras mit Akkus zur Hausüberwachung.

Sicherlich ist man bei der ersten Betrachtung erst einmal vorsichtig, eine Kamera nur mit Akku soll die Hausüberwachung übernehmen und doch hat sich Reolink in den letzten Monaten zu einem Anbieter entwickelt, der in immer mehr Haushalten installiert wird, gerade da er so einfach anzubringen ist und auch bei Langzeiteinsätzen keinen Stromanschluss an der Hauswand benötigt.

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test - Ausstattung, Qualität, Anschluss

Reolink bietet mit der Reolink Argus Pro und dem dazugehörigen Solarpanel eine Lösung an, die einfach an die Hauswand angebracht werden kann und die Kamera immer mit ausreichend Strom versorgt. Gleichzeitig sorgt die Kamera noch mit dem internen Akku für ausreichend Akkukapazität für mehrere Tage. Wer die Kamera z.B. indoor zur Babyüberwachung einsetzen möchte, kann einfach die Kamera in ein Regal stellen und die Aktivitäten im Raum (inklusive Ton) über die Smartphone App überwachen.

Reolink bewirbt die Reolink Argus Pro mit folgenden Eigenschaften:

  • Kabellos über das Wifi-Netz
  • Keine Verkabelung möglich – arbeitet unabhängig
  • Sowohl für innen- wie außen geeignet
  • 130° Weitwinkelobjektiv
  • Wiederaufladbarer Akku
  • Hohe Akkukapazität
  • Strom per Solarpanel möglich
  • Aufnahmen in Full-HD (1080p)
  • 10 Meter Nachtsicht
  • Intelligenter Bewegungssensor
  • Push-Benachrichtigungen auf Smartphone
  • 2-Wege-Audio
  • Aufnahmemöglichkeiten
  • Warnung bei geringem Batteriestand
  • Einfache Installation

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – Installation

Wenn man die Reolink Argus Pro WLAN-Kamera das erste Mal aus der Verpackung nimmt, ist man von der Größe des Gerätes zunächst sehr positiv überrascht. Mit einer Größe von gerade einmal 96 x 58 x 59 mm und einem Gewicht von lediglich 230 Gramm (inklusive Akku) ist die Kamera wirklich handlich.

Die Kamera wirkt auf den ersten blick unaufdringlich und besteht aus weißem Kunststoff, lediglich auf der Front ist die Kameralinse, sowie die IR-Sensoren und IR-LEDs angebracht. Es besteht die Möglichkeit, die Reolink Argus indoor ohne Standfuß zu verwenden oder diesen Standfuß als Stativ zu nutzen. Bei der Montage an einer Wand (indoor/outdoor) kann der Fuß bequem angebracht und mit der Wand verschraubt werden.

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test - Ausstattung, Qualität, Anschluss

Für die Montage an den Außenwänden des Hauses empfiehlt es sich zusätzlich die wasserfeste Hülle zu verwenden. Ebenso kann die Kamera zusätzlich mit einem Band gesichert werden. Bei unseren Einsätzen an der Hauswand konnte darauf verzichtet werden, da das Stativ fest montiert und die Kamera windgeschützt war.

Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich die Kamera über das beiliegende USB-Kabel zu laden. Alternativ kann auch ein handelsübliches Smartphone Ladekabel verwendet werden. Wir haben die Kamera vor dem ersten Einsatz vollständig geladen (circa 5 Stunden) und nutzen die Kamera nun seit einem Monat im regelmäßigen Einsatz. Die Akkuleistung ist noch immer ausreichend für die nächsten Tage.

Der große Vorteil von Reolink liegt beim Umgang mit der Akkukapazität darin, dass nur dann die Energie verbraucht wird, wenn eine Bewegung von der Kamera registriert wird. Gerade wenn stunden- oder tagelang in Lagerhallen z.B. keine Aktivität vorhanden ist, werden keine unnötigen Aufnahmen gespeichert. Zusätzlicher zur Übertragung legt Reolink die Daten auf einer microSD Karte in der Kamera ab.

Die Installation der Reolink Argus Pro ist denkbar einfach und ein klarer Vorteil im Vergleich zu vielen Mitbewerbern. Nachdem man sich die Reolink App für iOS oder Android aus dem App-Store geladen und installiert hat, wird man als Benutzer durch alle wesentlichen Einstellungsschritte geführt.

Besonders praktisch ist es, dass man nur den QR-Code auf der Rückseite der Kamera mit dem Smartphone oder Tablet abscannen muss die Kamera alle notwendigen Daten direkt an die App überträgt. Schnell noch die Auswahl des notwendigen WLAN-Netzes und schon ist die Kamera installiert. Anschließend erhalten ihr noch einmal einen QR-Code mit allen notwendigen Informationen zu euren Daten auf dem Bildschirm angezeigt und scannt diesen dann umgekehrt mit der Reolink Argus Pro Kamera ab.

Großer Vorteil, wenn man die Kamera auf einem weiteren Smartphone oder Tablet installieren möchte, wird die Kamera sofort erkannt und auch verknüpft.

In der App seht ihr anschließend direkt das Bild der Kamera eingestellt und könnt es mir anklicken vergrößern, Fotos auslösen, etc..

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test - Ausstattung, Qualität, Anschluss

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – Foto- und Aufnahmequalität

Bereits bei der ersten Betrachtung der Bilder fällt die gute Bildqualität der Kamera auf. Voreingestellt sind 15 Bilder pro Sekunde und man kann diese bedenkenlos auf 5 Bilder pro Sekunde einstellen und damit das Datenvolumen reduzieren. Es ist völlig ausreichend für eine Kontrolle von Gebäuden, Auffahrten, und auch Innenräumen.

Was sofort auffällt, ist der große Blickwinkel der Kamera. Wo einige Hersteller einen Winkel von 80-90° anbieten, liegt der Winkel bei der Reolink Argus Pro bei 130° und kann Bewegungen in einem Winkel von bis zu 120° aufnehmen. Dieses macht die Installation der Kamera natürlich viel einfacher, da viele Bereiche direkt abdeckt sind.

Die Ergebnisse bei Nachtaufnahmen schließen sich dem Gesamteindruck an und man erhält auch für größere Flächen noch sehr gute Ergebnisse. Wenn die Kamera im Eingangsbereich montiert ist sind Personen durch die IR-LEDs sehr gut ausgeleuchtet und klar erkennbar. Hier kennen wir von einigen höherpreisigen Anbietern schlechtere Ergebnisse.

Wer natürlich große Lagerhallen von 200 oder mehr Quadratmetern mit einer Kamera ohne zusätzliche Beleuchtung kontrollieren will, wird weiteres IR-LEDs einsetzen müssen, doch für Einfahrten bis zu 10 Meter Länge sind die Ergebnisse der Kamera durchaus beachtlich.

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – Überwachungsfunktion

Neben einer guten Bildqualität ist es bei einer Überwachungskamera natürlich wichtig, wie gut ist die Kamera bei der Registrierung von Personen im Erfassungsbereich und wie schnell wird ein Alarm ausgelöst.

Reolink bietet über die App-Steuerung folgende Möglichkeiten an:

  • Die Kamera zeichnet ein Video vom Ereignis auf
  • Die Kamera versendet eine Email mit dem Ereignis
  • Die Kamera benachrichtigt per Push-Benachrichtung
  • Die Kamera löst ein Alarmsignal aus

Der große Vorteil an der App ist, dass man sich nicht für eine Aktivität entscheiden muss, sondern auch verschiedene Dinge kombinieren kann. Praktisch ist gerade, wenn man nicht erreichbar ist, Push-Benachrichtigung, Email und Video zu kombinieren. Je nach Einsatzgebiet kann ein Alarmsignal natürlich auch sehr hilfreich sein und abschreckend wirken.

Wie bereits oben erwähnt, können die Videoaufnahmen auf der Kamera intern gespeichert werden und werden nicht auf fremde Server oder Cloud-Speicher übertragen. Reolink bietet dazu mit dem Kauf der Kamera direkt ein Speicherpaket an, wenn man diese Daten dezentral lagern möchte. Es kommen somit keine Zusatzkosten auf die Kamerabetreiber zu.

Man sollte sich aus eigener Erfahrung, gerade bei der Montage im Eingangsbereich, einmal etwas Zeit nehmen und verschiedene Erkennungsprofile ausprobieren. Die Erkennung der Situationen erfolgt sehr zuverlässig und wie erwartet. Beachten sollte man nur, dass es häufig Reflektionen im Hintergrund sein können, die dann auf einmal einen falschen Alarm auslösen. Es empfiehlt sich, die Einstellungen bei Tag-/Nacht und auch bei Regenwetter einmal zu überprüfen und ggf. noch ein wenig zu optimieren.

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test - Ausstattung, Qualität, Anschluss

Reolink Argus Pro WLAN-Kamera im Test – FAZIT / Gesamteindruck

Die Reolink Argus Pro in Kombination mit dem zusätzlich erhältlichen Solar-Panel überrascht sehr positiv und kann es problemlos mit vielen höherpreisigen Kameras im Überwachungsbereich aufnehmen.

Gerade in den dunklen Monaten geben Überwachungskameras am Haus noch einmal eine zusätzliche Sicherheit und genauso ist es vorteilhaft, wenn man das Baby auch problemlos mit einer Kamera überwachen kann. Durch den 2-Wege-Audio-Kanal ist dazu die Kommunikation über die Kamera problemlos mit der Gegenseite möglich.

Was uns sehr positiv bei der Reolink Argus Pro aufgefallen ist, ist die einfache Einbindung in das WLAN-Netz, gerade auch für Anfänger. Man muss kein Computer- oder Netzwerkexperte sein, um die Kamera zu installieren. Die gut gestaltete Reolink App erklärt alle notwendigen Schritte vorbildlich und mach die Installation und Einbindung in wenigen Minuten möglich.

Ebenso ist die lange Akkulaufzeit (auch ohne Solar-Panel) sehr gut und das Aufladen des Akkus über ein Smartphone-Ladeteil oder das beiliegende USB-Kabel vorbildlich gelöst. Bei unseren Einsätzen kam die Kamera problemlos über vier Wochen mit einer Akku-Ladung aus.

Die Bildqualität ist sehr gut, die Einbindung sehr einfach und die Reaktion auf verschiedene Alarmsituation sehr zuverlässig – daher ist die Kamera für uns bei dem aktuellen Preis eine Empfehlung!