Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv im Test für Video und Foto

Kaum ein Objektiv hat uns in den letzten Wochen und Monaten so dauerhaft beschäftigt, wie das auf der Photokina 2016 erschiene Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM Objektiv. Wir haben die Wochen vor der Photokina bereits mit Canon EF 16-35mm f/4L IS fotografiert, so mussten wir uns erst an das Objektiv gewöhnen. Die Frage, die sich die ersten Wochen dauerhaft gestellt hat, braucht man f/2.8 und verzichtet dafür auf den Image-Stabilizer im Objektiv und nimmt ein zusätzliches Gewicht mit? Vergleicht man dann den Preisunterschied zwischen beiden Objektiven, dann hatte das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv einen schweren Start.

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Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv im Test für Video und Foto – Erster Eindruck

Wenn man das Objektiv während einer blauen Stunde verwendet und das erste Mal die Bildqualität betrachtet, so ist man zunächst sehr beeindruckt. Wir gehören zu den Menschen, die eine Brennweite von 16mm für Fotos als besonders interessant empfinden und schon seit den ersten Bildern bei Instagram, war der Winkel aus einem Objektiv mit 16mm einfach ein besonderer Blickwinkel und Augenmerk.

Sieht man dann die erste Dämmerung, die noch untergehende Sonne und kann problemlos die Momente noch mit einer Canon 1Dx Mark II oder einer Canon 5D Mark IV ausspielen, so fängt man an, sich ein Stück in das Objektiv zu verlieben.

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Während es für viele APS-C-Kameras, Objektive mit einer Brennweite von 10-18mm oder 10-22mm zu akzeptablen Preisen gibt, bewegen sich gute Weitwinkel-Objektive  für Vollformat-Kameras direkt in einem anderen Preissegment und einer ganz anderen Gewichtsklasse.

Man hinterfragt automatisch, wie häufig verwendet man das Weitwinkel-Objektiv, muss man bei Fotoaufträgen auch ein Tele-Objektiv für Portraits oder Fashionfotos dabei haben (wie z.B. das Canon 70-200 f/2.8 oder Canon 70-200 f/4) oder kann man die Momente auch mit dem Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv festhalten.

Für viele Fotografen war das Canon EF 16-35 f/2.8 L II USM Objektiv aus dem Jahre 2007 der Allzeit-Klassiker, welcher dann im Jahre 2014 vom Canon EF 16-35 f/4 IS indirekt abgelöst wurde. Ein leichteres Weitwinkel-Objektiv mit einem zusätzlichen Bildstabilisator.

Das Problem wovor wir auch bei der Wahl zwischen den beiden Varianten jeweils standen, benötigt man eher f/2.8 oder einen Bildstabilisator. Während man in der Fotoproduktion eher zu f/2.8 tendieren würde, wurde für Videos (insbesondere im Kundenauftrag) der Bildstabilisator ein unschlagbares Argument. Spätestens wenn man wieder Videos ohne IS gefilmt hat, hat man sich im Nachgang geärgert und doch wieder bevorzugt zum Objektiv mit f/4 und IS gegriffen.

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In der Zwischenzeit haben wir eine Alternative gefunden und verwenden für Videoproduktionen mit vielen Bewegungen ein Gimbal, den wir in Zukunft noch ausführlicher vorstellen werden.

Was natürlich für das neue Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv gesprochen hat, war die Hintergrundunschärfe, die einfach mit einem Blende f/2.8 deutlich angenehmer ist, als mit einer Blende f/4. Je nach Einsatzziel und Bildstimmung können damit ganz andere Effekte gelingen, gerade auch wenn man im Interior-Bereich fotografiert und auch einmal die Stimmung in einem Restaurant bei Kerzenschein festhalten möchte.

Je häufiger man gerade bei Fotos jedoch auch zum Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv gegriffen hat, je klarer hat sich eine Tendenz abgezeichnet. Auch wenn das Objektiv über 150 Gramm schwerer ist, der Preis doppelt so hoch ist und es keinen Image-Stabilizer bietet, so spricht die Bildschärfe eine eigene Sprache und überzeugt restlos und gehört für uns zur aktuellen Referenzklasse in dem Bereich.

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Bei unseren Einsätzen für viele Videos hat sich jedoch noch ein ganz anderer Aspekt herausgestellt, der das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv vom f/4 Objektiv abgehoben hat. Die sehr gute Bildqualität sieht man auch bei Videos, doch gerade die Blende f/2.8 und der große Weitwinkel heben das Objektiv in vielen Einsatzszenarien noch einmal vom Canon EF 24mm f/1.4 ab und bieten einfach mehr Flexibilität. Auch wenn Canon EF 16-35 f/4 IS für manche Vlogs noch besser geeignet sein dürfte, so werden bei unseren Einsätzen viele Szenen über ein Stativ gefilmt oder als B-Roll mit 60 bzw. 120 fps, womit ein fehlender Bildstabilisator bei weitem nicht so schwer ins Gewicht fällt.

Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv im Test für Video und Foto – Im Einsatz

Während man beim Einsatz von 16mm in Videos natürlich vorsichtig bei einem Schwenk sein sollte, da logischerweise die Linien schneller verlaufen, ist es für Vlogger natürlich wichtig (auch wenn verlockend) sich mittig im Bild nur mit Gesicht zu platzieren. Das Gesicht wird runder und verformter, die Nase größer und eignet sich nicht perfekt für eine Vlog-Szene. Hier empfiehlt sich dann doch die Verwendung ab 24mm und Platzierung etwas abseits der Mitte.

Wer eine Canon 6D Mark II verwendet, kann das Bild natürlich problemlos über den ausklappbaren Touch-Monitor kontrollieren. Wer keine Vollformat-Kamera verwendet, sondern eine APS-C Kamera (wie z.B. Canon 80D, Canon 77D) kann beruhigt die 16mm Brennweite verwenden, da durch den Crop-Faktor von 1,6 eine Brennweite von ca. 25mm entsteht. Beim Einsatz mit der Canon 5D Mark IV oder Canon 1Dx Mark II empfiehlt sich vor dem ersten Einsatz eine Probeaufnahme, damit man ein Gefühl für das Setting im Vlog bekommt.

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Wer viel unterwegs ist, weiß die Objektive der L-Serie von Canon immer wieder zu schätzen. Die Objektive liegen sehr gut in der Hand (trotz des Gewichts) und sind vor allem gegen alle Witterungseinflüsse unempfindlich.

Ich finde es immer wieder beruhigend, wenn man gerade eine schöne Aufnahme plant, das Wetter dann spontan sich ändert oder man am Meer bereits eine schöne Stimmung einfangen möchte und die Gischt bereits im Gesicht spürt und sich keine Gedanken um das Equipment machen müsste. Die L-Serie von Canon ist unempfindlich und eignet sich daher auch für die härteren Einsätze.

Wie alle Objektive der L-Serie verfügt auch dieses Objektiv wieder über einen Transport-Beutel und eine Sonnenblende. Für Filter wird ein Durchmesser von 82mm benötigt, was man besonders beim Einsatz von ND-Filtern direkt berücksichtigen sollte.

Sobald das Objektiv an der Kamera angeschlossen ist, merkt man direkt die Abstimmung. Was für uns immer wieder ein großer Vorteil im Einsatz ist, ist der manuelle Fokussier-Ring, der auch verwendet werden kann, wenn die Kamera bereits über das AF-Feld das Ziel fokussiert hat. Somit kann noch einmal leicht verschoben oder nachfokussiert werden. Gerade auch im Videoeinsatz eine große Hilfe und Möglichkeit für besondere Bildstimmungen.

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Man hat bereits beim ersten Einsatz ein vertrautes Gefühl mit dem Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv, so als hätte man es über Jahre schon im Einsatz gehabt. Der manuelle Fokusring und der Zoom-Ring sind leicht gängig, aber auch nicht zu leicht und liegen sehr gut in der Hand. Man hat jederzeit als Fotograf oder Video-Creator das Gefühl, das Bild selbst bestimmen zu können.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell verfügt das neue Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv über 9 Lamellen für ein noch schöneres und runderes Bokeh und ermöglichen auch im Ultra-Weitwinkelbereich besondere Fotos. Wie bei allen Objektiven der L-Serie ist das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv natürlich auch wieder gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt und überzeugt auf ganzer Linie.

Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv im Test für Video und Foto – Bildschärfe

Im Gegensatz zum Canon EF 24mm f/1.4 II USM Objektiv ist das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv bereits bei 16mm und einer Blende f/2.8 äußerst scharf auch in den Randbereichen und hält diese Qualität problemlos bis zur Blende f/11 durch. In den äußeren Bereichen liegt die Qualität bei f/2.8 deutlich über anderen Objektiven mit dieser Brennweite und auch ab Blende f/11 ist es noch hervorragend.

Bei 24mm setzt sich die herausragende Qualität und Bildschärfe fort und auch wird über alle Blendenstufen von f/2.8 bis f/11 gehalten. Auch hier sind die Ecken wieder wie bei 16mm gleichbleibend scharf und liegen damit deutlich über dem Canon EF 24mm f/1.4 II USM.

Bei der für uns ebenfalls sehr interessanten Brennweite von 35mm setzt sich der Trend wie auch bei 16mm und 24mm fort und die Bildschärfe (auch in den Ecken) bleibt konstant gut.

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Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv im Test für Video und Foto – FAZIT –  f/2.8 L oder f/4

Auch wenn wir uns erst an das Objektiv und fehlenden Image-Stabilizer im Vergleich zum f/4 gewöhnen mussten, so ist es das „immer-dabei“ Objektiv und hat bei uns längst das Allround-Objektiv 24mm-105mm f/4 abgelöst.

Unabhängig ob für Fotos oder Videos, das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv gehört im Alltag einfach immer dazu. Selbst bei Abendsituationen und Videos mit der Canon 5D Mark IV wird häufig das 16-35 Objektiv dem 24mm f/1.4 vorgezogen.

Es ist natürlich im Vergleich zum EF 16-35 f/4 ein klarer Preisunterschied, aber im Alltagseinsatz machen die besseren Lichtwerte einfach noch mehr Spass. Hinzu kommt die unglaubliche Bildschärfe bis in die Randbereiche. Wir können verstehen, warum immer mehr YouTuber und Videofilmer bei einer Canon-Ausrüstung auch auf das Canon EF 16-35 f/2.8 L III USM Objektiv zurückgreifen und  dieses als erste Wahl bei ihren Videos verwenden.

Wer weniger Budget zur Verfügung hat oder sich erst langsam an den Bereich mit Videos und Weitwinkel-Fotografie heranwagen möchte, bekommt mit dem Canon EF 16-35 f/4 L IS Objektiv ebenfalls ein sehr gutes Objektiv.

Für uns wäre der Traum, dass Canon zusätzlich in beim Canon EF 16-35 f/2.8 L IV IS USM Objektiv dann noch einen Bildstabilisator für alle Videofilmer anbieten würde – aber das ist noch Wunschdenken, aber vielleicht werden wir auf der Photokina 2018 oder Photokina 2020 ja überrascht :-).

Wie wünschen allen Fotografen und Videofilmern viel Spass mit dem Objektiv, immer gute Fotos und Videos und stehen für Rückfragen natürlich immer gerne zur Verfügung – entweder als Kommentar unter diesem Blogpost oder auch gerne wieder per Email.

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