Bestes Macro Objektiv? Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test

In den letzten Wochen sind immer wieder die Fragen aufgekommen, womit dreht PUREGLAM die Foodvideos, womit werden die Detailaufnahmen gemacht. Nun möchten wir wieder einmal einen Blick „Hinter-die-Kulissen“ ermöglichen und erzählen, welches Objektiv wir bei „PUREGLAM – Das Lifestyle-Magazin“ für diese Fotos und Videos genutzt haben. Wir haben viele Objektive getestet, diese Aufnahmen sind jedoch alle mit dem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM entstanden.

Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test - Fotoblogger und Technikblog

Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test  – Erfahrung und Eindruck

Lange Zeit haben wir uns gefragt, ob wir explizit eine Macro-Linse benötigen, doch je häufiger man unterwegs ist, desto häufiger wurde die Notwendigkeit festgestellt. Ein schönes Abendessen in einem Hotel, eine paar wunderschöne Interior-Details oder häufig auch Produktaufnahmen.

Bei den verschiedenen Videos gab es dann bei den Zutaten die Probleme, diese möglichst scharf und noch ein Zeitlupe einfangen zu können. Als Kamera wurden für die Aufnahmen die Canon EOS 1Dx Mark II  (insbesondere Video) und die Canon 5D Mark IV (vor allem Produktaufnahmen) verwendet und lange Zeit das Canon EF 50mm f/1.4. Um die Momente jedoch noch besser festhalten zu können, das Geschehen noch besser dokumentieren zu können, sollte ein Macro-Objektiv das Equipment ergänzen.

Zur Wahl stand das Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM oder das reguläre EF 100mm f/2.8  Macro, welches circa 250 EUR günstiger ist. Die Auswahl fiel jedoch auf das EF 100mm f/2.8L Macro mit Image Stabilizer und dieser hat in den letzten Wochen häufig sehr gute Arbeit geleistet.

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Grundsätzlich muss man sich natürlich am Anfang bereits überlegen, wofür möchte man das Objektiv einsetzen möchte. Sind es immer nur Aufnahmen vom Stativ, immer feste Produktfotos an einem bekannten Standort oder soll das Macro-Objektiv auch einmal als Ersatz für ein Teleobjektiv, wie z.B. das 70-200mm f/2.8L IS USM oder das 70-200 f/4 genutzt werden und über ein schönes Bokeh verfügen?

Bei unserer Anforderung sollte es ein Objektiv sein, welches schnell einmal für eine Food-Sequenz in der Küche genutzt werden kann, genauso schnell bei einem Event einmal für ein Portrait genutzt werden und natürlich detaillierte Produkt-Aufnahmen machen, wie zuletzt z.B. vom RØDE Videomic Pro+ oder beim Test des Krups Evidence Kaffeevollautomaten eingesetzt werden kann.

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Wenn man relativ häufig das 70-200mm f/2.8L IS USM verwendet, ist das Objektiv natürlich erst einmal sehr leicht. Mit lediglich 625 Gramm und einem Filterdurchmesser von 67mm liegt es sehr gut in der Hand und eignet sich daher für viele Aufnahmen. Etwas ungewohnt ist für den Anfang der Kunststoff-Tubus (im Vergleich zu Metallausführungen der L-Serie generell), aber auch angenehm damit im Fotorucksack.

Verwendet werden kann das Objektiv an allen Vollformat-Kameras der Serie, wie z.B. auch an der neuen Canon 6D Mark II, aber auch an allen APS-C Kameras (wie z.B. aktuell an der EOS 200D, der EOS 77D oder der EOS 80D). Bei Kameras mit APS-C Sensor ist dann der Crop-Faktor von 1,6 zu berücksichtigen, so dass sich die Brennweite auf 160mm verlängert und es schon mit vielen Teleobjektiven zu vergleichen ist.

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Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test  – Die perfekte Ergänzung im Fotorucksack?

Wer also neben einem guten Teleobjektiv für Portrait-Fotos noch ein gutes Makro-Objektiv aus der L-Serie sucht, kann mit dem Objektiv nicht viel falsch machen. Sicherlich kann man sich bei identischen Werten, wenn viel in starrer Umgebung fotografiert werden soll, dass 100mm f/2.8 ohne Image-Stabilizer überlegen, das Bokeh ist etwas eckiger, durch nur acht Blendenlamellen (IS Version neun Blendenlamellen).

Wer wie wir, sehr häufig aus der freien Hand fotografiert oder auch das Objektiv einmal in Kombination auf einem Gimbal verwenden möchte, sollte eher zur Version mit Stabilisierer tendieren. Bei aktuellen Food-Versionen wurde das Objektiv an einem Gimbal verwendet und der Image Stabilizer hat die letzten minimalen Bewegungen komplett eliminiert, so dass schöne Kamerafahrten entstanden sind.

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Das Canon 100mm f/2.8L ist ein gutes Allround-Objektiv und wurde in den ersten Wochen viel häufiger in Fotos und Videos eingesetzt, als ursprünglich geplant war. Der Hybridstabilisator ist gerade in den Detailaufnahmen eine große Hilfe, da nicht nur durch die Achsrotation entstehende Bewegungsunschärfen ausgeglichen werden, sondern auch auch parralelverschiebende Bewegungen. Während man bei Landschaftsaufnahmen Verschiebungen von einem Millimeter häufig nicht wahrnehmen würde, sind es bei Makro- oder detaillierten Produktaufnahmen häufig schon Ausschlusskriterien für das Bild.

Die Bildqualität bei dem Canon EF 100mm f/2.8L Macro IS USM ist erwartungsgemäß sehr gut. Bereits bei offener Blende sind die Details unglaublich (im Vergleich zu ähnlichen Modellen),  wer jedoch dann mit Blende 6.3, 7.1 oder 8 fotografiert wird noch einmal einen deutlichen Zugewinn der Abbildungsleistung bekommen.

Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test  – Fokussierung – Autofokus und manueller Fokus

Grundsätzlich bevorzugen wir bei Macro-Aufnahmen oder Produkt-Aufnahmen vor allem die manuelle Fokussierung, da man viel besser und genauer den gewünschten Punkt in den Vordergrund stellen kann und viel gezielter auch die Unschärfe einsetzen kann.

Das Canon 100m f/2.8L. Macro IS USM ist jedoch auch im Autofokus-Modus sehr schnell (für ein Macro-Objektiv) und auch sehr zuverlässig. Wer das Objektiv z.B. für die Portraitfotografie nutzen möchte, kann den Fokus-Spielraum direkt begrenzen und somit die Geschwindigkeit beim Objektiv noch einmal deutlich erhöhen.

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Das Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM ermöglicht mit dem breiten Fokusring und dem geringen Gewicht eine sehr einfache manuelle Fokussierung. Der Autofokus ist immer noch zügig, aber auch sehr zuverlässig und natürlich dauert die Fokussierung bei detaillierten Fokusaufnahmen etwas länger, als beim Canon 70-200mm f/2.8 IS II bei einer Action-Aufnahme.

Wir nutzen für unsere detaillierten Food-Fokus bevorzugt die manuelle Funktion, da man einfach noch etwas mehr Kreativität im Bild hat und genauer entscheiden kann, was man in dem Moment in den Vordergrund stellen möchte.

Bei Portraitaufnahmen oder spontanten Event-Aufnahmen haben wir uns jedoch auf die Autofokus-Funktion verlassen und auch die Fokus-Länge nicht limitiert.

Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM im Test  – FAZIT

Das Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM Objektiv hat uns in nahezu allen Bereichen überzeugt und wurde in viel mehr Situationen eingesetzt, als ursprünglich geplant war. Es eignet sich für nahezu jede Fotosituation und ist mit dem geringen Gewicht natürlich auf Reisen eine Alternative zu den schweren Objektiven, wie z.B. dem Canon 70-200 f/2.8 IS II.

Im täglichen Event-Einsatz, bei einer Videoproduktion oder auch Interior-Aufnahmen hat das Objektiv sehr gute Dienste geleistet und der IS-Zusatz uns bereits einige Aufnahme-Situationen gerettet.

Wir können das Objektiv somit für nahezu jeden Foto-Fan empfehlen und würden auch das höherpreisige Objektiv mit IS-Funktion bevorzugen.

Wer jedoch lediglich im Studio mit einer starren Kamera nur Produktfotos aufnehmen möchte, kann über das günstigere Modell nachdenken, nimmt sich aber auch die Möglichkeit in Zukunft für andere Aufnahmesituationen gerüstet zu sein.

Lediglich für Naturfotografen, die nicht sehr dicht an die Objekte herankommen können oder möchten (Naheinstellgrenze 6cm) ist eventuell das noch höherpreisige Canon EF 180mm f/3.5L Macro USM die noch bessere Wahl.

Wir werden unser Canon 100mm f/2.8L Macro IS USM sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten regelmäßig bei Fotos und Videos einsetzen. Wenn ihr weitere Fragen zu dem Objektiv habt, sendet uns gerne eine Email oder nutzt direkt die Kmmentarfunktion unter diesem Blogpost.

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