Instagram Bilder hell und fake – Instafamous Instafame Scheinwelt Traumwelt

Oh wie schön ist Panama, äh, Instagram. Wo man sich früher noch nach Panama wünschte, wünscht man sich heute das Leben verschiedener Instagramer. Alles sieht so schön und hübsch aus – einfach wunderbar. Wenn man sich den Geruch zu den traumhaften Bildern vorstellt, würde alles nach frischen Blumen, Sonne, Strand und ein Hauch Vanille riechen. Willkommen in der Instagram Scheinwelt und Traumwelt.

Es ist wirklich erstaunlich wie erfolgreich manche Instagramer mit ihrer Scheinwelt geworden sind. Obwohl jeder Mensch weiß, dass die Realität nicht rosa-rot bzw. hell weiß ist, möchte man als Betrachter einfach lieber in eine Scheinwelt abtauchen, als in die nackte Realität des Instagramers. Schnell wurden einfache Schüler und Studenten durch Instagram Instafamous und lieben bzw. leben ihren Instafame.

Da bei Instagram überwiegend jüngere Menschen angesprochen werden, bleibt jedoch oftmals ein fader Beigeschmack. Junge Menschen bekommen eine falsche Welt vorgespielt, an die sie glauben. Sie wollen ebenfalls Instafamous werden und das Leben der tollen Instagramer führen.

Ganz hell, freundlich und fake

Diese schönen, hübschen Foto Streams haben alle etwas gemeinsam – sie sind alle heller und weißer als die Realität. Es werden helle Filter benutzt und generell wird die Helligkeit bei den Bildern angezogen. Im gewissen Sinne ist es trotzdem noch real, es sieht nur alles hübscher aus, als es ist.

Die Wohnungseinrichtung wird bei Westwing und IKEA schon bewusst danach ausgesucht, was bei Instagram ankommen könnte und was die meisten Likes bekommt. Selbst kleinere Instagram-Account unter 10.000 Followern setzen ihre Einkäufe zusammen nach den Dingen, die bei den Followern ankommen.

Als ich für meinen Instagram-Account @pureglamtv eine helle Serie von Landschaftsaufnahmen auf Grund einer Kooperation machen „musste“, war das Feedback unglaublich, die LIKE-Zahlen lagen deutlich über normalen Fotos – aber es war komplett unwirklich.

Nicht nur das es zwanzig Mal am Tag die Frage gab, wie hast du das so toll und hell gemacht und die ganze Farbe entfernt, sondern auch teilweise ganz echt gefragt – wann ist es denn Berlin einmal so hell, da muss ich dann auch mal für ein Foto hin.

Das Ergebnis waren zwar unzählige Likes und Kommentare, sehr viel Aufmerksamkeit auch selbst durch Instagram, aber vor allem war es nicht meine Foto-Welt für Reisen. Es war viel zu unwirklich und nach kurzer Zeit habe ich schon selbst den Spass daran verloren und eigentlich sollte Instagram doch vor allem eines machen – Spass machen.

Was sieht man bei diesen Accounts eigentlich? Woraus besteht diese Scheinwelt und Traumwelt? Was prägt unsere Jugend und uns?

Selfies bei Instagram

Ganz wichtig! Dazu muss man nur eine positive Position und perfektes Licht finden und schon wird jedes Selfie recht hübsch. Dunkle Augenringe kann man ganz schnell mit einer Beauty-App retuschieren. Wer von Natur aus hübsch und fotogen ist, hat es immer leichter. Das Gesicht am Kinn schnell etwas schmaler, die Augenbrauen etwas höher gezogen. Über die möglichen und besten Beauty-Apps habe ich bereits einmal einen ausführlichen Blogpost mit Anleitung geschrieben.

Wie viele Bilder viele Instagramer machen, bis sie mit einem Bild zufrieden sind, bemerkt natürlich hierbei keiner. Man sieht als Betrachter nur das fertige Ergebnis, welches auf uns perfekt wirkt. 50 bis 100 Selfies sind keine Seltenheit und diese werden ganz kritisch beäugt. Für die spontanen Instagram-Selfies werden bei Veranstaltungen bereits Ringleuchten aufgestellt, wo das Smartphone eingeklemmt werden kann, damit das Gesicht perfekt beleuchtet ist.

Auch hier wieder der Hinweis von Bloggern untereinander – lange blonde Haare mit leichten Locken bekommen mehr Likes als dunkle Haare, kurze Haare bekommen gar keine Likes und ein leichtes Duckface mit einer freien Schulter gibt noch einmal 15-20% mehr Likes. Es wird kombiniert bis alle Bedingungen erfüllt sind, ein is zwei Stunden Arbeitszeit für das spontane Selfie keine Seltenheit. Nicht zu vergessen natürlich das Fluchen über den Smartphone-Akku der schon wieder fast leer ist, obwohl man den ganzen Tag doch nichts gemacht hat (außer 3 Stunden Selfies zu fotografieren und nachzubearbeiten) ;-)

Die wichtigsten Selfies von Kendall und Kylie Jennar, Gigi Hadid und Taylor Swift werden sofort analysiert, die Pose versucht zu kopieren – vielleicht gibt es noch einmal 3-5% mehr Likes.

https://www.instagram.com/p/BEbwYR5goos

Ganzkörperbilder und Mirrorselfies bei Instagram

Auch diese Bilder sind wichtig für die Scheinwelt, denn Kleidung macht den Mann oder auch die Frau. Auch wenn man nicht intelligent auf den Spiegelbildern aussieht, bei Instagram geht es schon lange nicht mehr um Intelligenz :-) – wenn, dann eher um Taktik. Seid euch allerdings bewusst, dass es auch hier Spiegel gibt, die extra schlank machen oder auch hier kommen wieder Beauty-Apps zum Einsatz, die strecken können.

Wie lange man brauchte, um das perfekte Bild zu bekommen, merkt auch wieder keiner, solange es wie ein zufällig aufgenommenes Bild wirkt. Man steht ja auch immer ganz zufällig in toller Pose vor dem Spiegel oder mitten auf einer Straße (Ironie!).

Natürlich werden die Spiegel für die Wohnung und den Flur auch wieder nach besonderen Gesichtspunkten ausgewählt – einerseits natürlich hell und schön, andererseits aber sehr lang, damit der Körper gut wirkt, leicht angewinkelt und die Lampen „zufällig“ links und rechts daneben postiert (außerhalb des Bildes), damit auch alles perfekt aufeinander abgestimmt ist.

https://www.instagram.com/p/BD3lyslgosy

Food und Ernährung und bei Instagram

Am besten ernährt man sich vegan oder zumindest sollten ganz viele bunte Früchte auf dem Tisch stehen – oh, und bitte noch ein paar Blümchen dazu. Wenn man sieht, wie viel Aufwand für ein Frühstücksbild betrieben wird, muss man manchmal den Kopf schütteln. Man sollte auch immer daran denken, dass der Instagramer nicht alleine am Tisch sitzt, sondern mit mindestens einer Person alles teilt und selbst meist eher wenig isst.

Ich persönlich bekomme nur einen dicken Hals, wenn man nur für ein Foto Food bestellt oder kocht und es später nicht isst. Wie lange man braucht, um den Tisch nett zu dekorieren oder doch noch einmal anderes Geschirr zu nutzen etc. ist natürlich hierbei für den Betrachter komplett nicht sichtbar.

Blogger und Instagrammer gehen in ein Hotel mit einem guten Frühstücksbuffet und bestellen sich verschiedenste Beeren-Gerichte, nur da diese gut auf Instagram ankommen – gegessen wird vieles davon dann nicht. Die Gerichte werden nach Like- und Kommentarzahlen bestellt, nicht mehr darauf, worauf man Lust hat.

https://www.instagram.com/p/BEK_VopgogY

Wunderschöne Produkte bei Instagram

Ob teure Parfumes, teures Makeup oder zauberhaft aussehende Accessoires. Oftmals sind es keine eigenen Produkte. Ich kenne Personen, die sich z.B. eine teure Handtasche schicken lassen, um sie nach den Fotos wieder zurück zu schicken. Oftmals sind es auch PR-Samples, die dem Blogger oder Instagrammer von einer PR-Agentur zugesandt wurden.

Bei manchen Bloggern gerade in Süddeutschland keine Seltenheit, da wird die Chanel-Tasche oder Louis Vuitton Tasche bestellt und anschließend zurückgeschickt, nur um einmal für ein paar Stunden „FAME“ zu erhalten und bei den Followern etwas vorgeben zu können, was man eigentlich nicht hat.

„Ja aber wenn ich eine Chanel-Tasche in die Kamera zeige, bekomm ich mehr neue Follower und mehr Likes und auch meine YouTube Videos laufen viel besser“. Haben diese Aussagen mich anfangs nur verblüfft zurückgelassen, so gehört dieses zur „Scheinwelt“-Instagram für viele Blogger und Instagrammer einfach fest zusammen.

„Ja ich weiß – Instagram ist nicht echt, aber so lange es meine Follower nicht wissen und glauben, ich könnte mir als Bloggerin doch alles erlauben, passt es doch!“. Wird Instagram nur noch dazu genutzt – anderen Menschen etwas vor zu machen?

Instafamous Instafame Scheinwelt

Es ist immer wieder faszinierend, wie viele Menschen und Follower man mit dieser Art der Selbstinszenierung beeindrucken und beeinflussen kann. Die Persönlichkeiten bleiben oftmals hierbei komplett im Hintergrund.

Ich habe von einer Mutter gehört, dass in der Klasse ihres Sohnes Schülerinnen sind, die bereits vegan leben, da ihre Instagram Vorbilder ebenfalls Veganer sind. Selbst Magersucht ist hier häufig ein Thema. Ich glaube nicht, dass sich auch nur einer der erfolgreichen Instagramer darüber Gedanken macht, was er mit seinem Lebensstil auslöst. Viele Mädchen mit 12-14 Jahren in den Schulklassen stehen vor den Spiegeln, nur um das erste Sixpack zeigen zu können und eventuell ein paar zusätzliche Likes… Hallo?

Fotos werden in den Pausen zwischen den Schulstunden kritisch mit den Freundinnen analysiert, warum hat das Bild weniger Likes bekommen, hätte ich den Schokoriegel nicht mehr essen dürfen? Mütter und Lehrerinnen stehen vor ernsthaften Sorgen und Gedanken – wo führt die „Instafame-Scheinwelt“ noch hin?

Für mich selbst wird Instagram mehr und mehr zur Zeitverschwendung. Es mag hart klingen, aber man bekommt anfangs nur Likes, wenn man selbst aktiv ist. Kommentare bekommt man nur, wenn man selbst Zeit hat zu kommentieren. Wer Instagram wirklich effektiv nutzen will, muss täglich 1-3 Bilder selbst hochladen und ca. 1-2 Stunden Zeit in die App stecken, um die Community zu bewegen.

Wenn ich sehe, wie wenig Einfluss Instagram auf mich als User hat und mich nicht dazu bewegt Webseiten aufzurufen oder Artikel zu kaufen oder Hotels zu buchen, dann zweifele ich den Nutzen für Unternehmen ein wenig an. Es gibt nun mal keine klick-baren Links aus den Texten heraus und ich selbst like zwar meinen Stream meist komplett durch, achte oftmals allerdings nicht genau auf den Inhalt der Bilder. Viele User nutzen bereits Robots, die ihren Stream durch-liken und bekommen selbst so noch weniger mit, was gepostet wurde. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wenn man genau weiß, die Bloggerin oder Instagrammerin mag mich als Person nicht und auf einmal bekommt man auf zehn Bilder aus den letzten 2 Monaten zufällig verschiedene Likes – weil ihr Auto-Like-Robot gerade einmal ein #Hashtag liken musste, was ich gewählt habe. ;-)

Im Vergleich zu anderen Netzwerken, wie z.B. YouTube, gewinnt YouTube ganz eindeutig, da hier das Video nicht nur einmal durch den Stream der Follower „rast“, sondern auch durch die Suche auffindbar ist und meist auch erst später richtig „durchstartet“. Noch realer und direkter als die Videos bei YouTube ist dann nur noch Snapchat.

Bei Snapchat gibt es diese Scheinwelt nicht ganz so extrem. Auch wenn der Nutzer natürlich nur zeigt, was er zeigen will, so bekommt man viel realistischere Eindrücke vom Leben des Bloggers oder Nutzers. Auch wenn das Video ebenfalls nur begrenzt sichtbar ist, erreicht man nur Personen, die wirklich interessiert sind und alles „aufsaugen“ statt wie bei Instagram nur aus Hoffnung auf mehr Likes Bilder der anderen liken.

Jetzt bleibt nur noch die Frage, für wen ist Instagram dann wichtig? Natürlich für die großen Instagrammer, die mehr als 5000 Likes auf ihre Post bekommen und Firmen gefunden haben, denen diese Likes etwas wert sind. Ich persönlich finde es interessant mir manche Traumwelten anzusehen oder Menschen zu folgen, die ich auch real kenne, da ich dann einen Bezug dazu habe.

Zu diesen Menschen zähle ich auch Hotels, die ich besucht habe und immer wieder gerne besuche und so den Kontakt und Infos zu den Orten und Mitarbeitern nicht verliere. Eine Traumwelt brauchen Hotels nicht zu erschaffen, da sie für viele Menschen schon direkt für etwas Schönes stehen.

Wie nutzt ihr selbst Instagram? Stört euch die Scheinwelt von manchen erfolgreichen Instagramern? Bewundert ihr das Leben von anderen Instagramern? Steht ihr morgens auch zwei Stunden früher auf, nur um das perfekte nächste Frühstücksbild in die Welt zu tragen? Nutzt ihr unzählige Beauty-Apps – nur um noch besser auf den Bildern rüberzukommen oder eventuell noch 10% mehr Likes bekommen möchtet?

Analysiert ihr euren Stream auch genau, welches Bild hat wann zu welcher Zeit mit welchen Hashtags welche Likes bekommen? Wo habt ihr einen Fehler gemacht oder war das Bild eventuell nicht hell genug? Löscht man ein Bild, weil es nicht stylish genug war – oder die Like-Zahlen unter dem eigenen Durchschnitt gelegen haben? Wird der Urlaub auch nach Instagram-Gesichtspunkten zusammengestellt, weil manche Orte mehr Likes bekommen?

Sind wir wirklich an der Stufe angekommen, wo unser tägliches Leben durch Likes und Follower bestimmt wird, wir nur noch Dinge nutzen, die mehr Likes bekommen und wir uns auch so kleiden und die Wohnung einrichten? Isst man nur noch Beeren, weil die Frühstücksbilder dann mehr Likes bekommen?

Es musste einfach einmal hinterfragt werden – natürlich werde ich auch weiterhin meine beiden Instagram-Accounts @pureglamtv und @vanessa.pur weiter ab und zu mit Fotos bespielen, aber ehrlich gesagt, sind mir die Likes und Kommentare auch egal. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, manche Trends nicht mehr mitzumachen, daher wird der @pureglamtv Account nach den letzten Bildern aus Stockholm auch erst einmal eine lange Auszeit bekommen und der @vanessa.pur ebenso, denn nur mit Lederhose oder Lederrock möchte ich nicht rumlaufen. Wer mir auch anders folgt, wir schon gesehen haben, dass ich in den letzten Tagen Bilder, Videos und Gedanken auf einen neuen Account (@pureglam.tv) hochgeladen habe, unabhängig von Tageszeit, Perspektive oder möglichen Likes.

Ich lade momentan noch ein Bild hoch, wenn ich es möchte. Unabhängig ob drei Bilder pro Tag besser wären oder ich die 3-2-1-Regel von Instagram anwenden sollte.  Ich hoffe, ihr nutzt Instagram noch so wie es euch Spass macht und nicht, was die meisten Likes und „Instafame“ bringt… In diesem Sinne – viel Spass bei Instagram…

6 KOMMENTARE

  1. Liebe Vanessa, das ist echt ein toller post… in dem ich mich in weiten Teilen wiederfinde… Allerdings habe ich den Zirkus in der Form noch nie mitgemacht… von vielen Instagram-Regeln habe ich noch nie gehört… und Beeren esse ich meistens auf, bevor ich sie fotografiere. Den Accounts, den ich bei Insta folge, folge ich, weil ich die Menschen mag… manche nur virtuell, andere, wie Dich, kenne ich persönlich und finde es toll zu sehen, wo sie gerade sind, und was sie gerade machen. Irgendwie sieht man sich im Real life viel zu selten… Aber das, was Du an Insta bemängelst, fällt mir auch bei manchen „erfolgreichen“ Blogs auf… Alles clean und chic und natürlich hat man nur das allerneuste IT-Piece… Whatever das auch sein mag…. Ich habe nicht so viele Follower auf Insta… aber dafür hab ich das Gefühl, ich kenne sie fast alle persönlich. Vielleicht lade ich sie mal zum Beerenfrühstück in meine chaotische Küche ein… ;-) Hab einen schönen Abend und bis hoffentlich bald, lieber Gruß – Conny

  2. Da kann ich mit knapp 3000 Followern bei Instagram gar nicht mitreden. ;) Aber grundsätzlich stiftet Socialmedia-Fame die Generation Y zu immer verrückteren Sachen an. Wenn ich da von sogenannten Selfieunfällen höre, die tödlich verlaufen, da hört bei mir der Spaß auf. Und heller und dunklere Bilder sind mir pupe. Ich muss ja auch nicht davon leben ;)

  3. Toller Post, danke! Ich nutze Instagram nach wie vor als Inspiration für mich selbst…vor allem für den LIVING Bereich. Ansonsten sind mindestens 95% Spaß an der Freude. Klar bearbeite ich auch Bilder, einfach weil es manchmal zu dunkel ist. Allerdings ist mir die Optik meines Streams herzlich egal. Ich poste das, was mir passt und nicht das, was gerade in irgendwelche Rahmenbedingungen passt. Klar bin ich damit weit unter meinen Möglichkeiten…aber der Druck für Blogger ist eh schon groß genug und ich will definitiv nicht den Spaß daran verlieren.
    Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder. Viele liebe Grüße!

    • Da schließe ich mich an. Mein Stream ist einfach total querbeet und mir ist es herzlich egal ob die ein oder andere Sache weniger Likes bekommt. Ich möchte es einfach trotzdem teilen, weil es zu mir passt. Da tauchen eben auch Filme und Serien auf, die ich schaue und die kriegen grundsätzlich nicht viele Likes. Und mein Essen fotografiere ich einfach so, wie es gerade ist :D auch gerne mal einfach im Bett und ohne tollen Hintergrund und Schnickschnack. Klar würde das schöner aussehen, aber das ist halt für mich nicht so wichtig. Und Bilder löschen kommt für mich auch in 99% der Fälle nicht in Frage. Für mich ist Instagram auch sowas wie so ein persönliches „Tagebuch“ für mich. Ich stöbere total gerne in meinen alten Bildern und erinnere mich dann an verschiedene Sachen zurück, seien es Ereignisse oder nur Sachen die ich mal gegessen habe (häufiger sage ich dann zu meinem Schatz „Hey, das könnten wir doch mal wieder essen“). Besser ging das noch, als die App Instacalender noch funktionierte. Sie hat einem täglich den Rückblick gezeigt was vor 1/2/3 Jahren gepostet wurde und das hat mir immer viel Spaß gemacht.

      Naja ich wusste auf jeden Fall, dass bei vielen natürlich Instagram Scheinwelt ist, aber du hast mir mit deinem Artikel nochmal so einige Dinge aufgezeigt, die ich doch ziemlich krass finde. Also Dinge auf die ich im Leben nicht kommen würde. Wie bescheuert ist es denn, sich etwas zu bestellen für ein Foto und es dann zurück zu schicken und so zu tun als würde man es besitzen. Verarsche an sich selbst und an seinen Followern. Und das nur für den „Fame“? Da fragt man sich dann doch irgendwie was den Leuten im Leben fehlt, dass sie das so nötig haben ^^
      Na soll jeder machen wie er mag, aber schlimm finde ich es, wenn Leute sich beschweren, dass auf Insta ja alles immer perfekt sein muss und sie es dann aber selber drauf anlegen. Dann schwimmt doch einfach gegen den Strom…es zwingt euch doch keiner dazu ebenfalls einen auf perfekt machen zu müssen.

      • Vielen Dank für dein sehr ausführliches Feedback…

        – Bezüglich Instagram kann ich dir zustimmen, wenn es dir als Tagebuch dient, kannst du wirklich die Dinge hochladen, die dir gefallen – dann sind Follower/Likes/Engagement natürlich nicht so wichtig…
        – Bezüglich Fame – es ist immer wieder erschreckend, aber wenn man lange dabei ist, gewöhnt man sich daran und fokussiert sich mehr auf sich selbst und schaut „weniger über den Tellerrand“

        Viele Grüße und ein schönes Wochenende…
        V.

  4. Hi Vanessa!

    Danke für den Artikel! Du sprichst mich aus der Seele!

    Ich persönlich habe Instagram vor dem Bloggen entdeckt – als Möglichkeit Fotos zu bearbeiten und ich fand das Format cool. Und genau so nutze ich es auch. Ich fotografiere, worauf ich Lust habe und bearbeite die Bilder, so wie ich es für das jeweilige Bild als passend empfinde. Manchmal gibt es mehr Likes, manchmal weniger. Und das ist auch OK so,…

    Einige der Accounts denen ich folge, erscheinen mir definitiv sehr unwirklich. Klar, ich blogge auch über Food und dergleichen. Doch ich habe zwei Kinder, die Hunger haben und mir keine 2 Stunden Zeit geben, das Essen adrett, mit Blümchen und Beerchenschnickes, anzurichten. Wo soll denn das hinführen? Und wie groß ist die Enttäuschung, wenn das akribisch, mit professionellem Foodstyling drapierte Essen, in Wirklichkeit keine florale Explosion vorweisen kann?

    Da fehlt es dann auch wirklich an der Authentizität, Realität und jeglicher Normalität.

    Ich sehe das als Bilderbuch, quasi ein mobiler Ersatz für Food-, Lifestyle- und Wohnmagazinen. Nice to look at, aber will ich das wirklich auch so haben? Doch ich sehe die selbe Gefahr wie Du. Die Kids können da nicht mehr differenzieren. Ich meine, hey, bei uns gab es die Mädchen, Bravo und Popcorn. Ja, da hat man sich auch mal so geschminkt, angezogen, was weiß ich. Aber das war näher an der Realität als alles, was uns das Netz gerade im Moment, größtenteils, vorgaukelt.

    Weißt Du, ich bin so wie ich bin. ich fotografiere so gut es meine Kamera hergibt. Klar, ich spiele mit ein paar Filtern, nutze jetzt im Sommer meine Gartenblümchen. Aber – that’s it. Wem das zu unstylisch ist, dem kann ich dann leider auch nicht helfen :-)

    Nochmal, liebe Vanessa, toller Artikel!
    Ich wünsch Dir einen wunderbaren, sonnigen Tag,
    Martina, alias Frau B. und die Leidenschaft

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