Negative Kommentare, Forderungen und wie man mit dem Druck umgeht

In den letzten Tagen wurde ich bei einem Interview für eine große Tageszeitung gefragt, wie man als Blogger und YouTuber mit der Öffentlichkeit umgeht, dass man häufig auf Schritt und Tritt verfolgt wird und ob man es immer allen Personen „recht“ machen kann. Die Antwort ist schwierig und auch ich habe vor 12 Monaten schon einmal im Interview mit der Jugendzeitschrift BRAVO zum Thema – „Wie werde ich Blogger“ gesagt – man sollte sich auch auf negative Kommentare, Dislikes und ab und zu auch Beschimpfungen einstellen.

Blogger & YouTuber – Negative Kommentare, Forderungen, Mach einmal…

Natürlich wird über das Thema „Mobbing“ häufig berichtet und ich bin mir auch sicher, ich werde wieder einige „nette“ (Ironie) Kommentare oder Emails bekommen, wenn dieser Blogpost online geht – schließlich habe ich es ja so gewollt. Während man mit der Zeit sich als Blogger und YouTuber bei manchen Kommentaren einfach ein dickes Fell anlegt, kann es für jüngere Blogger und auch jüngere YouTuber(innen) häufig auch mal etwas hart werden.

Ich habe vor 18 Monaten bereits einmal das Thema „Gewicht und meine Abnahme von 15 Kilogramm“ angesprochen und auch Bilder aus meiner Chips & Kuchenzeit gezeigt und vielen Lesern, aber auch YouTubern und Bloggern aus der Seele gesprochen. „Ich hätte mich nicht getraut es einmal zu zeigen, bei dir ist alles immer Glamour, aber wir finden es toll“. Rückblickend würde ich es heute wieder genauso machen und vielleicht noch mehr in die Details gehen – es gehört zu meiner Blog und zu meiner Lebensphase genauso dazu, wie ein schlechter Look auf dem Blog, den ich heute so niemals mehr tragen würde. Aber warum löschen?

Man folgt doch der Person oder dem Blog, weil man sich dafür interessiert und gerade bei vielen jüngeren YouTubern erhalte ich häufig die Frage in Vorträgen, wie ich denn mit Dislikes bei Videos umgehe und ob ich mich darüber ärgere? Heute nicht mehr – früher fand ich es auch unfair, das Video ist gerade 10 Sekunden online, hat aber eine Länge von 10 Minuten und hat schon zwei Dislikes (ohne das man das Video gesehen hat). Lade ich heute ein Video hoch, ist es mir relativ egal oder mache mir sogar Sorgen um die Personen, ob diese vielleicht krank sind, das Video verpasst haben oder ähnliches, wenn nicht in der ersten Minute zwei Dislikes kommen. Ich beziehe es nicht mehr auf das Video, sondern einfach auf die Situation oder mich. Man mag mich nicht und fühlt sich danach besser. Kein Problem, wenn es hilft. pureGLAMtv als Therapie-Form… 

Wer als Blogger jedoch schon mit negativen Kommentaren zu kämpfen hat, Kritik an der Figur oder dem Makeup nicht erträgt, sollte sich häufig mit einem Vielfachen bei YouTube einstellen. Es ist ein anderes Zielpublikum und auch einfacher einfach einen Satz oder Wort zu schreiben oder den Daumen nach unten zu drücken, als einen sachlichen Kommentar bei einem Blog zu schreiben.

Bei vielen Blogs muss ich mich erst anmelden, mein Facebook-Profil nutzen oder ähnliches – doch bei YouTube ist es so einfach. Eine Gmail-Adresse hat fast jede Person, viele vermutlich auch zwei Accounts und man wechselt einfach die Identitäten.

Blogger & YouTuber – Lust auf neue Inhalte bei YouTube verloren

Wer meine Workshops und Trainings kennt, weiß auch, wie häufig ich von regelmäßig spreche, von Zeitmanagement und Überlegung, was möchte ich mit meinem eigenen Blog und YouTube Kanal aussagen – und genau einen Faktor – „Regelmäßigkeit“ vernachlässige ich im Moment bei YouTube absolut. Ich weiß selbst, wie schlecht es für den YouTube Kanal ist, auch wenn ich noch immer weit über 200.000 monatliche Abrufe habe, 500-800 neue Abonnenten auch ohne Videos pro Monat dazu bekomme, doch ich verschenke „Potential und Wachstum“.

Trotz allem gibt es regelmäßige Fashionlooks, fast täglich mehrere Minuten Snaps für euch bei Snapchat – die Möglichkeit etwas für YouTube zu filmen wäre vorhanden. Doch man fragt sich stark, wofür soll ich es machen? Ein YouTube Lookbook ist deutlich mehr Arbeit – als ein Fashion-Blogpost, doch das Verhältnis zwischen „negativen“ Kommentaren und Forderungen bei YouTube mindestens zehn Mal höher…

Ich kann sehr gut mit Kritik leben, gerade wenn diese auch begründet ist. Nur so kann man wachsen und natürlich schaue ich auch bei anderen YouTubern, wie ist der Ton, wie ist die Beleuchtung, wie werden Schnitte gesetzt und wie kann man noch besser werden. Absolut kein Problem, wenn jemand sich über Ton, Schnitt undBildschärfe sachliche Hinweise gibt – dafür ist man dankbar, doch wenn die negativen Kommentare in eine Richtung „Du solltest, du hast, du musst, warum machst du nicht endlich…“ etc. gehen, dann fragt man sich wirklich – sollte ich die Zeit nicht einmal eine Pause und einen Spaziergang in Berlin nutzen und Freizeit haben oder noch ein Video bis in die Nacht schneiden um am nächsten Tag die Forderungsliste zu bekommen und Kommentare oder Emails mit Aufforderungen (sowohl von Frauen, wie auch Männern):

  • Warum trägst du nur Kunstleder, eine Frau wie du darf nur echtes Leder tragen
  • Du solltest dich schämen, echtes Leder zu tragen, die Tiere schreien dich an (obwohl in der Bezeichnung des Videos bereits „Kunstlederhose“ steht)
  • Das schwarze Kleid ist ja ganz nett, aber du bist kein Fashionblogger (??)
  • Lackiere dir gefälligst die Nägel wieder, French-Style steht dir nicht (es gibt nur ein Video wo ich mich im Sommer einmal für Natur entschieden habe – schon gibt es Kritik)
  • Du lächelst mir zu wenig in deinen Videos, ändere das mal! // Du lächelst zu viel in den Videos, das passt nicht zu den Videos (-> Ja was denn nun?)
  • Zieh das an – schließlich bist du eine „Person des öffentlichen Lebens“ und da muss man mit Anweisungen und Kritik leben können – sonst gibt es halt Dislikes und Kommentare bis es wieder anders ist…

Wenn man anschließend die Kommentare auch beantwortet und erklärt, dass man doch noch ganz alleine entscheidet, was man wann anziehen wird und sich über eine etwas „höflichere“ Wortwahl freuen würde, bekommt man direkt den Hinweis – „Wie auch noch eingeschnappt – du hast damit zu leben, schließlich stellst du deine Videos online und jeder Look der nicht meiner Vorstellung entspricht, bekommt einen negativen Hinweis“

Natürlich gibt es auch bei YouTube die Funktion „Person sperren“ und ich greife relativ selten und ungern zu der Funktion, weil ich die Kommentare mit meinen Usern wirklich lange Zeit sehr genossen habe, aber wenn es nicht mehr anders geht, hilft es eigentlich nur. Manche YouTuber haben Spaß und genießen solche Konfrontationen, für mich ist es dann nur noch Zeitverschwendung und ich widme mich lieber den konstruktiven Kommentaren und dem ehrlichen Feedback.

Man fängt für sich doch selbst an zu überlegen, welches Outfit ziehe ich denn mal wieder für ein Video oder ein Event an und filme ich es oder nicht? Man weiß ja sowieso, egal was man trägt, 33% der User werden rechnerisch nicht zufrieden sein.

Klar ist man als YouTuber und Blogger eine Person des „öffentlichen Lebens“, aber dazu gehören auch schon 90% der Facebook-User und müssten nach den Begründungen auch mit Kritik leben. Es ist einfach so schön einfach geworden, etwas anonym unter einem neuen Profil zu sagen.

Egal welches Outfit man wählt, man kann nicht jeder Person alle Wünsche erfüllen – es ist nur auffällig, dass gerade in der letzten Zeit, fast schon wie bei Hotelbewertungen von Reisenden lieber negativ kommentiert wird, als ein Kompliment zu hinterlassen. Einer der Gründe warum ich immer wieder gerne in Nordamerika und Großbritannien bin – wenn jemandem etwas gefällt, sagt er es. Wie bereits einmal geschrieben, ein Kompliment von einer Frau zu einer Frau zählt einfach mehrfach (Sorry Männer).

Ich stelle bei mir fest, wenn mir etwas nicht gefällt, ich das Video oder das Outfit für mich nicht interessant finde, schaue ich einfach weiter. Welche Videos werden mir alternativ vorgeschlagen und wenn es mir dort gefällt, hinterlasse ich einen positiven Kommentar, einen Daumen nach oben und/oder ein Abo. Warum sollte ich ein Dislike hinterlassen? Nur weil ich nicht die Erfüllung in dem Video gefunden habe? Nein das wäre nicht meine Welt und nicht meine Lebenseinstellung.

Blogger & YouTuber – Wie geht man mit negativen Kommentaren und negativem Feedback um?

Bei mir hilft es ganz stark zu unterscheiden, ist es einfach nur ein negatives Feedback aus „Langeweile oder Neid“ oder ist es konstruktive Kritik. Bei konstruktiver Kritik schaue ich es mir immer sehr genau an und überlege, was ich davon auf mich beziehen kann, was man umsetzen kann und ob es wirklich „veränderbar“ ist.

Viele von diesen Feedbacks haben meinen Blog und auch meinen YouTube Kanal weitergebracht und man ist den Personen dankbar. Das sind aber häufig Menschen, die mich persönlich kennen, mit denen ich einmal verreist bin, mich regelmäßige treffe und die auch die „andere Vanessa“ abseits von Blog und YouTube, von Social Networks, Sterne-Gastronomie und Luxus-Hotels kennen. Die gemeinsam mit mir Lachen können und wo man ganz offen über viele Dinge reden kann. Das sind auch die Menschen, die für mich – unabhängig ob sie einen Blog schreiben oder nicht – Freunde und gute Bekannte geworden sind.

Sicherlich nimmt man sich am Anfang vieles vom negativen Feedback auch von „Unbekannten“ persönlich, lernt es aber mit der Zeit und ab und zu sind es sogar Menschen, die man kennt, die sich eine neue Adresse angelegt haben und sich irgendwann verraten.

Gerade bei vielen jüngeren Bloggern und YouTubern hört man immer wieder, dass wenn der Blog oder der YouTube Kanal in der Schule bekannter wird, die Anzahl der negativen Kommentare, Dislikes etc. deutlich höher wird. Auch wenn es manchmal hart ist, so lernt man es auch als Kompliment zu sehen, denn

Neid muss man sich erarbeiten – Mitleid bekommt man geschenkt

… und so habe ich es langsam auch für mich gemacht. Wer mich persönlich kennt wird eine Vanessa kennen, die mit Arroganz sicherlich nicht viel zu tun hat, weder desinteressiert noch überheblich ist – aber das Thema habe ich schon einmal bei Vanessa – 100%Me beschrieben.

Ich kann gerade jungen Bloggern und YouTubern nur empfehlen „legt euch ein dickes Fell zu“, nehmt nur die negativen Kommentare persönlich, die von Menschen kommen, die ihr kennt und fragt euch oft – möchte ich überhaupt etwas ändern oder bin ich mit meinem „Ich“ und der Person – die ich verkörpere -zufrieden.

Es wird nicht umsonst häufig gesagt, es wird zehn Mal schneller ein negativer Kommentar hinterlassen, als ein Kompliment oder eine Danksagung. Verstellt euch nicht, wegen einem negativen Kommentar und lasst euch nicht runterziehen.

Auch wenn ich oben erwähnt habe, dass mir die Lust für YouTube und meine Fashion-Videos in den letzten Wochen gravierend vergangen ist, so sind dieses gerade die Momente, die mich innerlich unheimlich motivieren. Man braucht sicherlich einmal etwas Zeit und Ruhe, denkt über einige Dinge nach und trifft viele Entscheidungen – nur für sich – und freut sich irgendwann über die Ergebnisse.

Neben einem effektiven Zeitmanagement kommt und wenig Ablenkungen wird für mich immer wieder besonders wichtig – „100%ME“ zu sein – wem es nicht gefällt, wem der Blogpost, der letzte YouTube-Clip oder auch mein Bild nicht gefällt, findet über 1.000.000 tolle andere Kanäle und Blogs, die ihm vielleicht besser gefallen. Ich werde mich davon nicht (mehr) runterziehen lassen, sondern zukünftig noch mehr die Dinge zeigen, die mir gefallen.

Aus diesem Grund habe ich auch zwei Entscheidungen in Bezug auf meine Social Media und „Onlinepräsenz“ getroffen, die bewusst nur für mich sind und werde euch diese Dinge in den nächsten Wochen noch ausführlicher in einem Blogpost vorstellen – dann aber in der Kategorie „Vanessa persönlich„.

Wer Lust hat einen eigenen Blog oder einen eigenen YouTube Kanal zu starten, sollte es unbedingt machen. Die schönen Momente überwiegen definitiv und wenn man sich über die Zeit klar wird, je erfolgreicher der Blog oder der YouTube Kanal, desto stärker der versteckte Gegenwind mit „anonymen“ Kommentaren. Man härtet einfach etwas ab. Ich freue mich auch weiterhin auf viele tolle Kontakte, nette Menschen und echtes Feedback und konstruktive Kritik. Wer allerdings meint, meine Zeit mit Anweisungen, was ich wie zu tragen habe, wie ich mich vor der Kamera zu drehen habe oder ähnliches zu verschwenden – wird auch zukünftig auf meinen Kanal oder eine Antwort verzichten müssen… (unabhängig ob bei Facebook, Instagram, YouTube oder auf dem Blog)

Ich möchte gerade diesen Menschen danken, die mich nicht kennen und meinen herunterziehen zu möchten, denn nach einer kurzer Pause ziehe ich daraus eine unheimliche Kraft – wie im letzten Jahr aus „100%ME“. Vielen Dank! Allen, die mich kennen, die mich und meine Looks mögen, meine Kanäle abonnieren und mit Kommentaren und konstruktiver Kritik versehen, fühlt euch gedrückt… <3 :-)

P.S.: Gerade für junge Blogger und junge YouTuber noch ein Tipp – lasst es nicht an euch heran, nehmt die Kritik der Familie und der Freunde zwar an, überlegt ob ihr es auf euch beziehen könnt und ob es stimmt (viellicht nach zwei, drei Tagen einfach noch einmal durchlesen) und sagt euch immer, wer sich nicht traut es euch aus der Schule ehrlich zu sagen, sondern durch ein anonymes Profil – ist nur neidisch und hat eure Zeit für eine Antwort gar nicht verdient…! Macht wozu ihr Lust habt – negative Kommentare sind häufig nur Neid!

P.P.S.: :-) und ja – es geht demnächst bei YouTube weiter…. aber auch eine Spur anders… und dazu gibt es den neuen Instagram Kanal @pureglam.tv