Smart + Watch = Smartwatch? Meine Erfahrungen mit der Samsung Gear S2

Brauche ich wirklich eine Smartwatch? Ist es überhaupt praktisch? Sind die Uhren stylisch und vor allem – wie lange hält der Akku der Smartwatch? Fragen die ich mir häufig gestellt habe nachdem die ersten Smartwatches in den letzten Monaten und Jahren auf den Markt gekommen sind. Welchen Mehrwert würde ich von einer Smartwatch haben oder ist es nur ein Technik-Gadget, welches gerade modern ist? Mit meinem Smartphone war ich zufrieden – es zeigt mir auch die Uhrzeit und den Kalender an! Nach der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) ergab sich dann die Gelegenheit für einen ausführlichen Test – mit der Samsung Gear S2.

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Mehrwert einer Smartwatch – am Beispiel der Samsung Gear S2

Ich muss zugeben, ich war äußerst misstrauisch einer Smartwatch gegenüber und wenn man in den letzten Monaten die Berichte über die verschiedenen Uhren gelesen hat, haben sich viele Benutzer nach kurzer Zeit wieder davon getrennt. Die häufigsten Gründe waren

  • kein Mehrwert im Vergleich zu einer handelsüblichen Armbanduhr
  • unzureichende Akku-Laufzeit von weniger als einem Tag
  • Beschränkt auf eine Plattform (nur iOS oder nur Android)

Mich persönlich störte im Frühjahr letzten Jahres dazu noch die eckige Form, die ich absolut nicht stylisch oder zumindest sportlich fand und somit war das Thema für lange Zeit erst einmal ausgeklammert. Ohne einen Rundgang über die IFA wäre ich vermutlich auch noch heute sehr negativ gegenüber Smartwatches aufgestellt.

Beim Betrachten der verschiedenen Ausstellerstände wurde klar, Wearables erleben den großen Durchbruch, ob als Smartwatch oder als Armband, ob als Umhänger oder Ergänzung zu Sportschuhen oder am Gürtel. Wer seine Fitness-Werte ein wenig im Überblick behalten möchte, benötigt eine Smartwatch.

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Meine Erfahrungen mit der TomTom-Smartwatch vor zwei Jahren waren zwar durchweg positiv, aber primär für aktive Sportler, die täglich im Schwimmbad sind, unzählige Kilometer am Tag joggen gehen und genau jeden Millimeter und jede Sekunde erfassen möchten. Für meine Runden im Hotelpool oder einen langen Spaziergang habe ich bisher eher auf die reguläre Uhr zurückgegriffen oder anschließend auf das Smartphone geschaut.

Mit der Vorstellung der zweiten Generation der Samsung Gear S sollte es jedoch anders werden – die Form für mich besonders wichtig: rund. Hinzu sollte eine einfache Bedienung kommen und der Akku laut Werbung drei Tage halten. Ich war neugierig, aber auch sehr misstrauisch. Der vierzehn Tage-Selbstversuch sollte mir ein paar Antworten geben!

Samsung Gear S2 – Auspacken und erste Bedienung

Die Verpackung in einer runden Box erinnert direkt an eine Uhrenverpackung. Die Gear S2 in einer weißen Box gehalten, die Gear S2 Classic (mit austauschbarem Lederarmband) in einer schwarzen Verpackung gehalten. Der erste Eindruck stimmt. Die Uhr mittig im Karton, darunter Zubehör wie USB Ladekabel mit Stecker, kleine Schnurlos-Ladestation mit Induktion und Magnet.

Die Uhr nur kurz vor das Gerät halten und schon wird der Akku aufgeladen und die Uhr sitzt fest in der Station. Keine umständliche Dockingstation mit Auskerbungen an der Unterseite der Uhr oder ein kleiner seitlichen Anschluss an der Smartwatch für den Micro-USB Stecker. Die Uhr und die Ladestation bleiben voneinander unabhängig.

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Dazu eine kleine Anleitung und ein zweiter Satz Armbänder in einer kürzeren Länge. Perfekt! Endlich wurde auch einmal direkt an Frauen gedacht, deren Arme nicht so groß sind und bei deren Armbänder am Ende sonst lange Reststücke von der Uhr oder dem Armband abstehen. Das Armband mit einem Klick auf beiden Seiten gewechselt und anschließend eingeschaltet.

Für mich ist es immer wieder wichtig, nicht erst mehrere hundert Seiten einer Bedienungsanleitung zu lesen, sondern in die Hand nehmen, ausprobieren und von alleine verstehen. Im Notfall habe ich noch immer die Möglichkeit nachzulesen – aber es sollte so klappen.

Auf dem Display die Aufforderung die Uhr nun direkt mit meinem Smartphone zu koppeln und nach Installation der Software war die Uhr durch NFC und Bluetooth in weniger als einer Minute verbunden. Klarer Pluspunkt!

Samsung Gear S2 – Einfache Bedienung durch Lünette

Bei meinem persönlichen „14 Tage probiere ich ohne Pause Test der Samsung Gear S2“ wollte ich die Uhr vor allem für die Bereiche „Sport & Fitness“, „Nachrichten“ , „Gesundheit“ und „Musik“ nutzen. Ich wollte versuchen, bewusst einmal das Smartphone in der Tasche zu lassen und nur auf die Uhr zu schauen.

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Was schon bei der ersten Einrichtung auffällt, macht sich im Alltagseinsatz direkt bemerkbar. Einfacher ist die Bedienung kaum möglich und vor allem intuitiv. Alle Anwendungen durch Drehung der Lünette direkt ansprechbar. Ebenso die Einstellungen der Uhr. Ein Druck auf das Ziffernfeld und das Programm ist gewählt oder die Einstellung selektiert.

Funktionen, die man häufig braucht, legt man auf eine eigene Seite und kann diese direkt und einfach ansprechen. Bei mir sind dieses in den ersten 14 Tagen z.B. die folgenden Anwendungen auf der Samsung Gear S2

  • Benachrichtigungen (Seitenmanager, Facebook, Focus, N-TV, Instagram)
  • Fitness-Tagesübersicht
  • Schrittzähler
  • Kalender mit aktuellen Terminen des Tages
  • Getränkeanzeige (wie viel Wasser und Kaffee wurde pro Tag getrunken)
  • Wettervorhersage für den aktuellen Ort
  • Puls (aktuell auf 10 Minuten Abstand eingestellt)
  • Fernbedienung für den Musikplayer
  • Wecker / Terminerinnerung
  • Flipboard / aktuelle Nachrichten
  • Workout starten / Kurzwahltaste

Auf den beiden seitlichen Tasten am Rand des Uhrgehäuses kann man die obere Taste als „zurück“ wählen, ähnlich wie der Pfeil bei Android-Smartphones. Die untere Taste ist frei belegbar und ich habe mich am Anfang zunächst einmal für „S Health“ – die Fitness-App von Samsung entschieden.

Man gewöhnt sich innerhalb von wenigen Minuten direkt an die Bedienung und ein leichter Dreh an der Lünette und schon ist man in der nächsten Anwendungen. Ein Touch auf das Display bestätigt die Wahl. Praktisch, einfach und absolut durchdacht!

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Samsung Gear S2 – Akkulaufzeit der Smartwatch

Natürlich ist es ein Unterschied, wie man die Einstellungen der Uhr wählt und wie intensiv die Helligkeit der Anzeige gewählt wird und ich habe die Aussage mit einer Akkulaufzeit von bis zu drei Tagen auch eher als Werbung verstanden und wollte es natürlich herausfinden. Für die Tage wurden die folgenden Einstellungen verwendet und die Uhr natürlich vorab auf 100% geladen:

  • Helligkeit der Anzeige auf 3 von 10 – ich finde es noch immer absolut ausreichend
  • Pulsmessung auf häufig (alle 10 Minuten)
  • Pushbenachrichtigungen für Facebook-Seiten, Facebook, Messenger, Twitter, WhatsApp, Instagram (alle Kommentare), Nachrichtenseiten Focus und N-TV, eingehende Anrufe, mytaxi, Skype, Starbucks, Termine
  • Emailoption ausgeschaltet (mir persönlich bei meiner Anzahl an Emails pro Tag zu störend)
  • Circa 1 Stunde pro Tag Sport (Fitness, Workout) mit durchgehender Pulsmessung
  • Verschiedene Steuerungen des Spotify-Players auf meinem Smartphone

Die Anzeige der Smartwatch schaltet sich automatisch nach 60 Sekunden wieder ab und reagiert auf eine Drehung des Arms und schaltet die Uhr wieder ein.

In der Regel komme ich – je nach Tagesverlauf, Anzahl Push-Benachrichtigungen und ankommende Telefonate auf ca. 2 Tage 8 Stunden bis 2 Tage 12 Stunden und lade die Uhr dann an einem der folgenden Tage wieder – z.B. während eines Pause in der Badewanne oder nach jeder dritten Nacht.

Wenn die Helligkeit der Anzeige von 3 auf 5 gestellt wird und die Displayanzeige auf dauerhaft eingeschaltet steht, senkt sich die Akkulaufzeit bei meiner Verwendung auf ca. 1 Tag und 12 Stunden.

Ich hatte von einigen Bekannten gehört, die eine andere Smartwatch mit einem anderen Smartphone verwenden, wo die Uhr zwar ca. 16-18 Stunden gehalten hat, durch die Bluetooth-Verbindung jedoch das Smartphone häufig nach 12 Stunden komplett leer gezogen wurde.

Ich habe meine Samsung Gear S2 während der Tage durchgehend mit einem Samsung Galaxy S6 edge+ verwendet, welches ich euch schon einmal in meinem Fashion-Video gezeigt habe.

Bei der Akkulaufzeit wäre ich mit einer ungestörten Verwendung über einen Tag zufrieden gewesen und hätte die Uhr anschließend über Nacht geladen, doch dieses war bei meiner o.g. Verwendung (auch zu meiner Überraschung) nicht nötig.

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Samsung Gear S2 – Vorteile und erstes Fazit

Die Frage, die mich einfach in der Testphase stellen musste war, ob es für mich ein Mehrwert ist und ob man die Smartwatch wirklich dauerhaft tragen möchte. Bringt mir eine Smartwatch mehr Vorteile als ein Fitness-Tracker der verschiedenen Hersteller bieten kann?

Es hat mich in den ersten Tagen selbst überrascht, wie wenig ich „einfach nur einmal so“ das Smartphone herausgeholt habe, um zu schauen, ob etwas passiert ist. Ich gehöre sonst auch zu den Menschen, die gerne einmal auf das Smartphone schauen und es blieb deutlich häufiger in der Tasche, als es jemals zu erwarten wäre. Angenehmer Nebeneffekt – die Akkulaufzeit meines Samsung Galaxy S6 edge+ wurde damit noch weiter verlängert.

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Die Option „lautlos“ auf dem Smartphone hat bei einem Arbeitstag eine ganz neue Bedeutung erhalten. Ankommende Anrufe wurden zusätzlich – aber geräuschlos – auf der Uhr angezeigt und durch leichte Vibration gemeldet. Man konnte auch während eines Termins schnell einmal (heimlich) auf das Display schauen und dann entweder eine Nachricht schicken, dass man später zurückruft, den Anruf abweisen oder auch sich höflich entschuldigen und das Gespräch auf dem Smartphone annehmen. Zusätzlich hat man anschließend ein zusätzlichen Gesprächspunkt bekommen, da viele Personen direkt nachfragten, wie es denn funktioniert. :-)

Was für mich am Anfang eher als „Spielerei“ gedacht war, hat sich überraschend schnell positiv bemerkbar gemacht. Auch wenn ich sicherlich nicht damit gerechnet hätte, man gewöhnt sich daran und möchte es gar nicht mehr missen.

Für mich ein weiterer Entspannungsfaktor – wer kommentiert welches Bild auf Instagram oder Facebook, ist es eine Frage oder muss man direkt reagieren. Ein Blick auf die Smartwatch und schon ist es erledigt. Ich hätte es niemals so praktisch vorgestellt.

Ein weiterer Faktor an den ich mich schnell gewöhnt habe, wie viele Schritte habe ich am Tag gemacht – fehlen mir am Abend noch ein paar Schritte, bin ich noch einmal eine kleine Runde spazieren gegangen. Hat man den Schrittzähler nur vom Smartphone genommen, hat man häufiger einmal das Smartphone vergessen – oder wie ich häufig im Flughafen in der Handtasche, die ich dann im Business-Koffer schiebe. Obwohl man von Gate 1 bis 72 läuft, wird kein Schritt gezählt.

Hinzu kommt der Blick auf den Puls und man kann auch nachträglich im Tagesverlauf sehen, wann waren Anstrengungen, wie war der Puls am gestrigen Tage beim Sport und wie waren die Ruhephasen.

Ich habe für mich erst einmal entschieden, den Test nicht nach 14 Tagen einfach zu beenden, sondern die Uhr auch weiterhin aktiv zu nutzen und auch fest in mein Fitness-Programm einzubinden. Durch meine Erfahrungen bei Kryoform in Frankfurt versuche ich mich natürlich noch ein wenig aktiver zu verhalten und werde euch noch einmal darüber berichten, wie sich die Uhr im Fitness-Studio verhält und ob ich eher in Zukunft zu der klassischen Variante (Samsung Gear S2 Classic) oder weiterhin zu der Aktiv-Variante (Samsung Gear S2) greifen würde.

Mit meiner momentanen Kombination, weißes Armband, silbernes Gehäuse fällt man auf jeden Fall auf und es ist ein sehr guter Gesprächsbeginn… aber dazu in Zukunft einmal mehr… ich muss jetzt zum täglichen Sportprogramm… natürlich mit meiner Smartwatch…:-)

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Die in dem Beitrag vorkommende Samsung Gear S2 und Samsung Gear S2 Classic wurde dem Ersteller des Beitrages von der Samsung Electronics GmbH für den Produkttest zur Verfügung gestellt. Die eigene Meinung bleibt hiervon unberührt.

2 KOMMENTARE

  1. Hervorragender Beitrag und einen wirklich schönen Blog hast du hier! Ich werde sicherlich öfter mal vorbeischauen! :)

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