Kopierte Ideen, Designs, Blogs – Individualität & Authentizität

Bis vor wenigen Monaten habe ich nicht gedacht, einmal über kopierte Ideen, Designs oder Blogs zu schreiben – der Gedanke nach Individualität wird für Blogger immer mehr zum Fremdwort. Was bei einer bekannten Bloggerin funktioniert, muss auch „bei mir“ funktionieren. Wie schön war es vor zwei oder drei Jahren, wo jeder Blog individuell gestaltet war, von übertrieben bunt bis zu fürchterlichsten Hintergrundfarben – doch eines hatten alle Blogs gemeinsam – diese Blogs waren individuell und konnten bereits vom ersten Bild an erkannt werden.

Kopierte Designs und kopierte Blogelemente = ebenfalls erfolgreicher Blog?

Wo ist die Individualität geblieben? Geht es nur noch darum nach dem Prinzip von „Rocket Internet“ eine Idee zu finden, die man verbessern kann und anschließend unter die Leute bringen kann? Gibt es keine Lust mehr, selbst etwas auszuprobieren – auch selbst einmal Misserfolg zu haben und daran zu wachsen? Sind Fragen wie „Welches Blogdesign nutzt du, ich möchte meinen Blog genauso machen wie du“ – schon selbstverständlich?

Wenn der erste Top20-Blogger auf die Idee kommt,  seine Bilder rund zu machen, wird die Idee vermutlich auf den nächsten Blogs direkt übernommen, wenn eine erfolgreiche Instagrammerin die Bilder jeweils mit einem weißen Rahmen versieht, sieht man nach kurzer Zeit es auf 50 oder 100 Streams. Fragt man anschließend warum man es auch geändert hat – ist die Antwort fast immer identisch „Ich fand es einfach schön…“

Schade! Gerade das „Individuelle“ bleibt auf der Strecke… Fragt man heute Blogger, wie der eigene Blog aussehen soll – dann hört man häufig, so wie der Blog von Nina von Fashiioncarpet oder wie Elin Kling sollte der eigene Blog aussehen. Schön wäre auch das Styling von Kristina Bazan von Kayture oder Kenza Zouiten von Kenzas.se, oder, oder, oder… Diese Blogger sind jeweils in Ihrer Art erfolgreich und die Vermutung scheint nahe zu liegen, dass man dann selbst auch innerhalb kürzester Zeit direkt erfolgreich wird.

Kopierte Designs = erfolgreicher Blog, wohl kaum! Denn wenn man sich die erfolgreichen Blogs einmal genauer anschaut, ist es nicht nur das Design, dass diese Blogs erfolgreich macht, sondern das Gesamtpaket und die persönliche, eigene kleine Nische und Note.

Diese Blogger gehen alle den eigenen Weg, haben den eigenen Style und es wird „nur“ durch das Layout noch unterstrichen. Es einfach nur zu übernehmen, würde überhaupt nichts bringen. Diese Blogs wirken durch das Zusammenspiel von Texten, Layout und vor allem Fotos. Diese Fotos funktionieren aber nur mit dem persönlichen Touch – ohne das Styling, die Art der Bildsprache wirkt der Blog nur wie eine „billige“ Kopie und wird deshalb niemals den gleichen Erfolg haben.

Genauso amüsant ist es schon fast, zu sehen, wie einzelne Elemente in die Blogs übernommen werden. Wenn die „erfolgreiche“ Bloggerin das Snapchat Icon an zweiter Stelle in der Sidebar platziert, dann muss ich als Blogger, es zwei Tage später auch genau dort platzieren. Verschiebt die „erfolgreiche“ Bloggerin das Widget, muss ich es auch machen, denn alles was große Blogger machen – ist immer richtig.

Auch ich habe an meinem Blogs schon einiges ausprobiert, viele Dinge haben geklappt und das Ergebnis gebracht, was ich mir erhofft hatte, aber natürlich gab es auch einige Rückschläge dabei. Umso lustiger natürlich, wenn man sieht, wie diese Ideen dann auch direkt übernommen werden (nur nicht entfernt werden, wenn ich sie entfernt habe) – weil es nichts gebracht hat.

Was dabei auf der Strecke bleibt, sind natürlich gerade die Dinge, die einen Blog so individuell, so interessant und so schön gemacht haben. Viele Blogger sind auch Leser und wählen andere Blogs gerade deshalb aus, weil diese anders sind, als der eigene Blog, die eigene Note haben. Wie viele andere Leser auch, lese ich auch lieber das „Original“ – als eine einfache Kopie.

Die Frage, die sich für mich in den letzten Wochen immer häufiger stellt, warum wird immer mehr kopiert, immer häufiger versucht – nur noch ein Abbild der anderen Seite zu sein -. Macht es wirklich Spass, nur noch Ideen zu übernehmen und zu glauben, damit hat man selbst dann dauerhaft auch noch Erfolg?

Einen anderen Blogger als Vorbild nehmen – warum nicht – aber dann direkt so sein wollen, wie diese Person. Jede Farbe identisch übernommen, die selbe Schriftart, das selbe Bloglayout? Wenn ich auf meinem Blog nun viel mit neon oder orangefarbenen Elementen arbeiten würde, wäre das völlig unglaubwürdig, genauso wie wenn ich nur noch über Mode und Beauty schreiben würde. Es bin nicht ich – und darum geht es doch bei einem Blog.

Kopierte Ideen anderer Blogger – wo bleibt der eigene Stolz?

Schaut man noch etwas weiter und beschränkt sich nicht nur auf den reinen Blog, so sieht man immer mehr erfolgreiche Blogger auch in anderen Bereichen aktiv. Einige Blogger stehen regelmäßig vor der Fernsehkamera (im Ausland noch aktiver), andere organisieren große Events oder starten Ihre eigene – sehr erfolgreiche – Veranstaltungsreihe, wie z.B. Blogger-Bazaar mit Lisa Bannholzer, Tanja Trutschnig und Lena Lademann.

Schaut man sich dieses Konzept an, wird alles für Brands und Blogger auf einer Veranstaltung geboten – die Partner der Mädels – alle aus dem A-Segment – wie z.B. Instyle, VitaminWater, Häagen-Dazs, Edited. Warum das Konzept funktioniert? Weil es mindestens drei Bloggerinnen sind, die das Business einerseits verstehen, massig Arbeit in die Projekte stecken und vor allem Dingen – die „Ersten“ auf dem Markt mit dem Konzept von Blogger-Märkten waren. Blogger – Brands – Austausch. Ein perfektes Konzept, was man nur neidlos anerkannen kann.

Sieht man aber über diese Welt einmal hinaus, wie viele andere Blogger jetzt diese „geniale“ Idee haben, etwas ähnliches aufzubauen, wird es niemals so gut sein, wie das Original. Warum soll ich zu einer Kopie gehen, wenn das Original doch alle Dinge anbietet?

Der Blogger-Bazaar ist nur eines von vielen Beispielen, die selbe Situation gibt es bei YouTube, bei Instagram und auch in anderen Bereichen.

Auch ich habe schon von einigen Bloggern Fragen zum Konzept der Workshops bekommen oder nun „Alternativ-Veranstaltungen“ gesehen, aber der entscheidende Faktor ist doch – wie man das Konzept umsetzt. Der Markt ist groß genug für alle Blogger – aber vor allem mit eigenen Ideen.

Bei meinen Blogger-Workshop-Wochenenden steht vor allem der „Spass“ und das „gegenseitige Lernen“ im Vordergrund. Gemeinsam auf die Blogs schauen, alle Blogs einmal auf einem großen Screen sehen und dann gemeinsam vergleichen, was funktioniert, was sind No-Go’s .

Natürlich gibt es auch massig Beispiele, was ich auf anderen Blogs sehe, die bei mir z.B. überhaupt nicht funktioniert haben. Warum nicht offen darüber reden? Der Faktor „Geld-verdienen“ mit einem Blogger-Workshop ist ein Fremdwort, ein Advertorial würde ein Vielfaches davon für mich bringen. Warum macht man es dann – weil es Spass macht, man sich austauschen kann und gegenseitig voneinander lernen kann.

Die gleiche Situation ergibt sich bei Blogger-Reisen – war ich früher nur der eingeladene Blogger, sind es in diesem Jahr schon 12 Veranstaltungen bis Jahresende, die unter meiner Planung standen bzw. stehen. Ich hatte niemals geplant – es einmal als Blogger zu machen, aber es macht Spass und verbindet meine Elemente vom Bloggen.

Warum die „Idee“ funktioniert? Weil ich mich in dem Thema, den Hotels und auch der Blogger-Welt für diese Zielgruppe auskenne. Wenn ich jedoch eine Reise für einen Camping-Urlaub mit Bloggern organisieren sollte oder eine Wanderung durch die Alpen, kenne ich zwar die Blogger, aber der ganze weitere Ablauf wäre nicht meine Materie – und daher lasse ich die Finger von solchen Angeboten.

Es gibt ausreichend Blogger, die in dem Bereich viel besser sind, sich genauer über die Besonderheiten auskennen und dann mit der Planung gerne erfolgreich sein dürfen und meine Bewunderung haben, aber permanent die Ideen der anderen Blogger kopieren – ist langweilig.

FAZIT KOPIERTE IDEEN, DESIGNS & KONZEPTE

Durch das ganze „Kopieren“ geht der Blogger-Welt ein ganz entscheidender Faktor verloren, welches die Blogs erfolgreich gemacht hat – die Individualität.

Wenn ich heute durch meine täglichen Blog-Archive schaue, sind die unterschiedlichsten Blogs vertreten, wo ich immer mal wieder reinsehe, unabhängig von Sprache oder Herkunft. Manche Dinge werden im „Ausland“ ganz anders betrachtet und dargestellt und das ist gerade der interessante Faktor, wie z.B. Interior-Fotos aus Asien wirken ganz anders und interessant, würden auf deutschen Blogs jedoch niemals funktionieren.

Genauso bei einigen deutschen Blogs und ich freue mich ehrlich für die schreibenden Blogger, wenn diese damit Erfolg haben, es wäre jedoch niemals etwas für mich, weil ich mich verstellen müsste.

Drei Beispiele sind hier nur z.B. „When-Love-Speaks“ mit dem herrlichen Prinzessinnen-Touch und alles in pink – total nicht meine Welt, aber ein schöner Blog mit einer liebenswerten Bloggerin oder „Annanikabu„, wo Anna viele Ihrer Gedankenposts schreibt und Ihren eigenen Style hat oder Luise von Kleinstadtcarrie, die einen Blog mit vielen tiefgründigen, nachdenklichen Texten schreibt und eine unglaubliche Bildsprache dabei hat. In solche Blogs schaut man immer wieder gerne rein – wegen der Einzigartigkeit.

So gibt es unzählige Blogs, die man hier aufzählen könnte, die aber vor allem so lesenswert sind, weil ein persönlicher Style vorhanden ist, die Blogger individuell sind und nicht zu ersetzen… Diese Blogs funktionieren „nur“ – weil das Gesamtpaket passt. Würde man nur Teile davon herausnehmen, würde es nicht klappen… und das ist auch gut so, denn dafür gibt es jeweils das Original.

Liebe Blogger – es gibt so viele tolle Möglichkeiten und noch so viel Platz auf der „Blogger-Welt“ für viele weitere erfolgreiche Blogger, mit eigenen Ideen. Die goldene Idee findet man nicht auf einem anderen Blog – sondern irgendwann bei sich selbst… denn eine Kopie eines anderen Blogs ist im besten Falle halt nur „fast“ so gut wie das Original. Viel Erfolg bei der Suche nach dem eigenen Style!

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20 KOMMENTARE

  1. Liebe Vanessa, ich kann dir in allen Punkten zustimmen. Mein Blog wird jetzt 5 Monate alt. Ich habe so viele Ideen zu Themen über, die ich schreiben will. Alles sehr persönliche Texte. Aber das braucht alles seine Zeit. Ich will ein tolles Thema nicht auf die Schnelle runter schreiben, nur um einen neuen Post zu haben. Bei mir ist auch noch nicht der Knoten geplatzt. Warum ? Weil ich mich zu sehr unter Druck gesetzt habe, u.a. zuviel Arbeit bei Instgram mit kommtieren, etc. verbracht habe. Ein Blog, der individuell ist und einen guten Content hat, braucht Zeit. Das habe ich jetzt erkannt und gehe es lockerer an. Sonst macht es keinen Spaß mehr.
    Liebe Grüße Sandra

    • Liebe Sandra,

      achte bei deinem Blog nur auf ein gutes Gleichgewicht und Regelmäßigkeit – sonst wird es leider nichts werden und der Blog wird nicht entsprechend berücksichtigt. Es wäre schade, wenn selbst die Arbeit dann umsonst wäre… dann eher etwas kürzere Blogposts – aber vor allem mehrmals die Woche…

      Viele Grüße V.

      • Liebe Vanessa, Danke dir für die Info. Die Regelmäßigkeit habe ich bereits mit 2 x pro Woche, das ist mein Minimum. Ich will natürlich auf 4 x pro Woche kommen.
        Viele Grüße Sandra

  2. Wahr gesprochen liebe Vanessa. :-) Ich finde es auch sehr langweilig, wenn versucht wird, etwas zu kopieren. Zumal das nichts bringt. Ausprobieren sich auch mal auf anderen Seiten inspirieren zu lassen, sich mit anderen Bloggern ehrlich auszutauschen und auch gegenseitig dabei von einander zu lernen, finde ich total o.k. Aber man sollte sich doch immer auch individuell auf der eigenen Seite austoben. Und ganz ehrlich – Geschmäcker sind doch auch unterschiedlich – zum Glück! An unserer neuen Seit arbeiten wir mit Blog, neuem Layout und einen individuellen Backend jetzt seit fast 6 Monaten (zum Ende des Jahres geht sie erst online). Doch letzten Endes ist jede Seite, jeder Blog und auch das Pflegen der Sozialen Medien doch ein dauerhafter Prozess. Und letzten Endes sollte beim Bloggen wirklich der Spaß an der Freude im Vordergrund stehen und alles Weitere findet sich dann meistens, mit ein wenig Geduld und vor allen Dingen eben Spaß, Freude und echtem Interesse an der Sache, von ganz alleine. Liebe Grüße, Tanja

  3. Puha. Gut, dass ich da gar nicht so aufpasse … Mir ist zumindest noch kein Blog begegnet, dass so aussieht wie meines?! Oder vielleicht gucke ich nur nicht genau genug. Oder es ist nicht nachahmenswert, das ist natürlich auch möglich … ;-)))))

  4. …es geht ja noch weiter. man klaut nicht nur design-, artikel- und fotoideen, sondern man kauft sich dann im china-shop oder bei ali-express auch gleich noch die nachbauten der aktuellen IT PIECES und verlinkt diese faker-seiten auch noch freudestrahlend…

  5. Recht hast Du meine Liebe :) – natürlich orientiere ich mich auch gern mal an erfolgreichen Bloggern, allerdings nicht bei meinem „Kerngeschäft“ den Looks sondern eher bei technischen Kniffen und der Usability – ansonsten bin ich sehr gern ich :D.

    GLG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

  6. Dankeschön für diesen Post! In letzter Zeit vergeht mir oftmals der spaß am Bloggen, weil ich immer wieder auf andere Blogger stoße, die nich tmit Elan un dherzblut dabei sind, sondern einfach nur erfolgsgeil sind und anderen nacheifern wollen und das zieht mich total runter.

    Aber durch so einen tollen Post und dann auch noch eine Verlinkung von dir wird alles wieder gut und ich weiß, was mir das Bloggen bringt: tolle Bekannt- und Freundschaften, jede Menge Kreativität und Inspiration! Ich freue mich unheimlich über die Erwähnung un dhoffe, dass die „richtigen“ Blogger diesen Post lesen und vielleicht mall über ihr handeln nachedenken werden!

    Liebe Grüße
    Anna

  7. Leider kommt es immer öfter vor, dass andere Blogger sich hemmungslos an Design und Ideen anderer Blogs bedienen. Mir ist es bereits mehrfach passiert, dass mein Blogdesign komplett nachgebastelt wurde, und das von Menschen, denen ich auch noch bereitwillig viele Tipps
    zum Thema Bloggen gegeben hatte. Das finde ich auch menschlich sehr enttäuschend.

    Ich hatte viel recherchiert und lange gesucht, ehe ich „mein“ Design gefunden hatte. Und diese Zeit sollte sich jeder nehmen. Sonst ist er letztendlich nur eine schwache Kopie eines starken Originals, denn ein Blog lebt auch durch Inhalte und persönlichen Stil. Das hast du alles sehr treffend auf den Punkt gebracht. Daher danke für diesen Artikel!

    Liebste Grüße,

    Valérie

  8. Wie Recht du doch hast!
    Und ich finde das ist auch eine Frage von Respekt an sich selbst, wenn man stolz auf sich ist, Selbstbewusstsein hat, dann würde es einem nie einfallen andere zu kopieren. Das Gefühl dann Erfolg mit etwas zu haben ist auch sicher unbezahlbar und nicht zu vergleichen damit wenn etwas klappt weil man es nachgemacht hat. Ich bin völlig deiner Meinung, wobei man auch unterscheiden muss, wann man kopiert und wann man sich orientiert an einer anderen person und diese als Vorbild dient. Da ist die Linie ziemlich dünn und für manche sicher schwer zu differenzieren…
    Liebe Grüße!

  9. Das hast Du einfach hervorragend zusammengefasst, Vanessa. Ich stimme Dir absolut zu. Eine Kopie kann nur schiefgehen, warum also sollte man es überhaupt tun… dem Blog eine eigene Ausrichtung und Note geben, ist doch so viel interessanter!

    LG
    Annette | Lady of Style

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