Bloggerlife persönlich: Blogger müssen nicht bezahlt werden

Am Sonntag wieder einmal ein persönlicher Text auf meinem Blog und meine eigene Meinung – dieses Mal zum Thema „Blogger-Relations und Zusammenarbeit mit Bloggern“. Da ich sehr regelmäßig Vorträge und Workshops bei Unternehmen aus dem Reisesegment, Lifestyle- und Technik, wie auch Modebereich gebe, weiß ich, wie sich viele Unternehmen Kooperationen mit Bloggern zukünftig vorstellen und wie bei diesen Unternehmen die Wertschätzung für Blogger ist.

Es kommt jedoch in den letzten Monaten einfach vermehrt wieder auf, dass PR- und Marketing-Berater oder auch junge Unternehmen selbst, Blogger kontaktieren und nach einer Zusammenarbeit fragen. So weit – so gut. Wäre da nicht der kleine Fehler in der Wertschätzung der Blogger… „Dein Blog ist ja dein Hobby – und du bekommst von uns noch ein T-Shirt oder eine Handyhülle dazu!

Ich habe in den letzten Wochen schon einige Beispiele in der Facebook Gruppe „Blogger, Youtuber & PR“ gesehen, wo gleiche Erfahrungen geteilt werden und andere Blogger sich so die Arbeit für ein Email-Ping-Pong ersparen können. (Welcher Blogger noch nicht in der Gruppe ist, kann mir gerne eine Email schicken mit Facebooknamen und ich nehme Euch hinzu…)

Generell gilt aber auch – es spricht nichts gegen einen Barter-Deal (Produkt gg. Blogpost), sofern die Wertschätzung stimmt und für Euch o.k. ist. Seid Euch darüber klar, dass Ihr die Artikel auch entsprechend versteuern müsst und kalkuliert diese Kosten bitte auch bei den Vorgesprächen mit ein. Was mir in den letzten Wochen jedoch mehrfach aufgefallen ist, sind Zitate wie z.B.

  • „Geldaufwendungen mit Bloggern sind absolut nicht unsere Vorgangsweise“
  • „Blogger machen die Blogs aus Spaß und für meine Hobbies werde ich auch nicht bezahlt“
  • „Es gibt min. 500 Blogger die gerne mit uns zusammenarbeiten möchten, aber wir haben dich exklusiv ausgewählt und würden gerne mit dir exklusiv zusammenarbeiten“

Nicht zu vergessen natürlich der absolute Klassiker „Wir sind ein junges Startup aus XYZ und haben kein Budget, finden deinen Blog aber schon seit Jahren total toll und würden dir gerne…“.

Die Liste könnte natürlich noch unbegrenzt erweitert werden und viele Firmen einfach einmal genannt werden, aber das würde die Länge des Blogs vermutlich überschreiten.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Gegenseitige Wertschätzung

Die Fragen, die sich in den letzten Wochen häufig auch in meinem Workshops mit Fashionbloggern und Lifestylebloggern ergeben hat ist, wie viel kann ich für einen Blogpost verlangen, wenn das Unternehmen ein Advertorial bei mir bestellt hat? Was ist ein fairer Preis? Soll ich meine Preise direkt im Mediakit oder auf der Seite transparent darstellen? Gibt es eine Formel, woran ich einen ungefähren Wert bestimmen kann?

Das man, wenn man einen Sportwagen im Gegenzug bekommen würde, natürlich nicht noch über die Extras als regulärer oder neuer Blogger verhandeln sollte, versteht sich vermutlich von selbst. Es sollte immer auch der Wert des Produktes berücksichtigt werden und ggf. verrechnet werden und natürlich nur Aufträge reingenommen werden, für die man auf dem Blog werben möchte. Die eigene Authentizität niemals riskieren. Was nützt eine Platzierung zu guter Bezahlung, wenn es unglaubhaft wirkt.

Eine Bezahlung eines Bloggers dient auch immer als Wertschätzung, der Betrag ist bei jedem Blogger unterschiedlich und richtet sich nach Reichweite, Zielgruppe, Nische, Alter des Blogs und auch Aufwand für das Posting oder Aufwand für den YouTube-Videoclip. Mit Aussagen wie „Wir bezahlen niemals Geld an Blogger“, ist bereits eine eindeutige Aussage zur Wertschätzung von Bloggern gegeben und man kann sich häufig die Zeit für weitere Gespräche sparen.

Generell spricht nach wie vor nichts gegen einen Blogpost oder einen Bericht für ein junges Label, was komplett zu mir passt – wo ich mich als Blogger selbst finden kann und einfach „Lust“ habe, darüber zu schreiben und es meinen Lesern vorzustellen. Ist es für mich interessant, ist es für meine Leser interessant und es stimmt alles – warum dann nicht vorstellen..? Es geht beim „Bloggen“ nicht immer direkt über den finanziellen Aspekt – gerade wenn ich als Blogger selbst, darüber berichten möchte und vielleicht sogar das Unternehmen angefragt habe.

Blogger-Relations – Blogger sind billiger als Bannerwerbung

Das Problem, welches es primär bei einigen „SEO-Firmen“ und schlechten „PR-Unternehmen“ gibt, ist die Wertschätzung oder das Interesse an einer ehrlichen Zusammenarbeit. Es geht einfach darum, möglichst viele Links (im besten Falle sogar Do-Follow-Links, aber dazu in Zukunft einmal mehr) für möglichst wenig Einsatz zu bekommen.

Je weniger ich den Bloggern zahlen muss, desto mehr bleibt für mich, bzw. mein Unternehmen über. Die „Werbepartner“ kaufen meistens eine Platzierung auf 50 Blogs oder ähnliches für 5.000 – 10.000 EUR ein, je weniger anschließend an Blogger ausgezahlt werden muss, desto besser und desto mehr Gewinn bleibt beim Unternehmen.

Das Problem für ehrliche Blogger, mit entsprechender Kennzeichnung der Blogposts, Verwendung von Google-konformen Links, etc. ist es jedoch häufig, dass der Werbepartner richtig platziert wird, aber auf 199 anderen – gerade jungen Blogs – wird nicht gekennzeichnet und mit Do-Follow-Link verknüpft. Das Ergebnis identisch – es werden auf Dauer im Google-Ranking alle Seiten abgestraft, die Werbung für das Unternehmen machen. Es gibt einige Beispiele in den letzten 12 Monaten für Reiseunternehmen, Fashion-Accessoires oder auch Lifestyle-Gadgets, die anschließend zur Abwertung der Blogs geführt haben, obwohl sich der Blogger richtig verhalten hat.

Als Blogger hilft es dabei häufig nur, solche Kooperationen generell abzulehnen oder direkt bei der PR-Firma anzufragen, bei wie vielen Blogs denn der Beitrag ungefähr platziert werden soll. Je größer die Anzahl, desto mehr der Begriff „SEO-Optimierer“ im Footer der Anfrage steht, desto vorsichtiger kann man sein.

Ein weiterer guter Indikator ist immer, je bekannter das Unternehmen und je geringer die Bezahlung, desto mehr Links werden eingekauft. Natürlich würde es mich freuen, wenn ein italienischer Sportwagenhersteller eine große Advertorialstrecke buchen möchte – wenn aber dann die Bezahlung aber in Höhe einer Busfahrkarte liegt, kann man sich direkt ausrechnen, worauf die Kooperation nur hinlaufen soll.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Faire Bezahlung für gute Arbeit

Es gibt einige Unternehmen und PR-Agenturen, die seit Jahren transparent und offen bei Kooperationen mit den Bloggern sich austauschen und mit denen ich auch gerne bereits langfristig zusammenarbeite. Mir persönlich ist es auch lieber, ich habe ein offenes Gespräch, man weiß meine Arbeit und meinen Blog zu schätzen, aber kann vielleicht 10 EUR weniger zahlen, kommt aber bei der nächsten Kooperation direkt wieder auf mich zu, anstelle ein wochenlanges Ping-Pong, bis eine Entscheidung fällt.

Eine der beliebtesten Rechenbeispiele für PR-Unternehmen ist der Stundenlohn. Zitat: „Für einen Blogpost brauchst du verm. 2 Stunden, 1 Stunde für die Bildbearbeitung und noch einmal 1 Stunde für die Fotos. Wir zahlen dir für dein Hobby sogar noch 10 EUR die Stunde und runden es auf 50 EUR auf“.

Was bei dieser Rechnung natürlich überhaupt nicht berücksichtigt wird, sind die „Nebenkosten“ für den Blog, von Kameraausrüstung, Hosting- & Domaingebühren, Arbeitsstunden bis der Blog erst einmal den Status erreicht hat, etc. – und somit sind die Zahlen natürlich jenseits der Realität.

Vor einigen Jahren gab es als Richtwert noch den Google-Pagerank (Google-PR), der aber jedoch nicht mehr gepflegt und aktualisiert wird. Dort gab es eine Übersicht, bei welchem Pagerank und welchen Unique Visitors man sich in welchem Preisbereich mit einem Blogpost bewegen konnte und an dem sich auch gleichzeitig viele PR-Unternehmen und Brands orientiert haben. In der heutigen Zeit gibt es nur noch andere Werte, bzw. das eigene Gefühl, was man dafür nehmen kann.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Wie viel kann ich für einen Blogpost verlangen

Es ist natürlich schwierig einen genauen Betrag festzusetzen und die Frage – „Wie viel kann ich für einen Blogpost verlangen“, doch orientieren sich viele Unternehmen ein wenig an den folgenden Zahlen

  • Neuer und frisch eröffneter Blog – min. 50 EUR
  • Blog mit 6-12 Monaten und regelmäßigen Blogposts – min. 100-150 EUR
  • Blog mit 24 Monaten Erfahrung und regelmäßigen Blogposts – min. 250 EUR
  • Blog mit 36 Monaten Erfahrungen und regelmäßigen Blogposts – min 400-500 EUR

Hinzu kommen dann natürlich Faktoren wie hohe Besucherzahlen, eine große aktive Followerschicht und aufwendige Postings, die die Beträge dann schnell verdoppeln oder verdreifachen können. Bei der Followerschicht nützt es natürlich nichts, gerade einmal 15,000 Follower aus dem Irak und Afghanistan gekauft zu haben, die jedoch absolut nicht aktiv sind. Lieber nur 5,000 Follower, die jedoch jeden Blogpost von Euch lesen und liken, als 15,000 oder 50,000 Follower für das eigene EGO.

In den USA, Großbritannien und Asien wird als Ersatz für den Google-Pagerank seit 18 Monaten häufig auch die Page Authority und Domain Authority herangezogen werden und im Verhältnis zu den Unique Visitors der Seite gesetzt werden und auch in Deutschland wird mehr und mehr auf den Faktor geachtet.

Auf der Seite SEOREVIEWS könnt Ihr eure eigene Domain-Authority (DA) und eure Page Authority (PA) feststellen und Euch „testweise“ einmal an der Tabelle orientieren.  Hier ist es natürlich auch ein wenig abhängig, ob Ihr als Fashionblog schreibt, als Nischenblog oder wie Eure Followerschicht aussieht. Erfahrungsgemäß liegen die Werte für Blogposts in Deutschland im Vergleich zu den internationalen Werten leicht darunter.

Unique Visitors (VA) DA/PA <20 DA/PA <30 DA/PA <40 DA/PA <50 DA/PA >50
bis 5.000 UV 75 EUR 150 EUR 250 EUR 350 EUR >500 EUR
bis 10.000 UV 150 EUR 250 EUR 350 EUR 500 EUR >750 EUR
bis 20.000 UV 250 EUR 350 EUR 500 EUR 750 EUR >900 EUR
bis 40.000 UV 300 EUR 500 EUR 750 EUR 900 EUR >1000 EUR
bis 60.000 UV 450 EUR 750 EUR 900 EUR 1200 EUR >1200 EUR
Die Preise sind natürlich nur circa und Mittelwerte und können je nach Thema, Aufwand und Followeranzahl deutlich abweichen. Ein Blogpost mit einem Screenshot und 300 Worten ist natürlich einfacher zu schreiben, als eine aufwendige Produktvorstellung und ein Produkttest über mehrere Wochen mit einem Fazit. Hier sind Abschläge von 30% möglich, aber genauso auch nach Aufwand und Followerzahl Aufschläge von 200%.

Hinweise zur Tabelle für Blogger (Update 14.01.2016):

In den letzten Tagen und Wochen bekam ich häufiger Anfragen von Bloggern und Unternehmen, ob die Werte für Webseite stimmen würden oder gerechtfertigt sind, daher noch einmal eine kleine Ergänzung:

  • Wer seinen Blog bei Blogger bzw. Blogspot hat und keine eigene Domain verwendet – z.B. fashionblogger.blogspot.abcd erhält den Wert der Domain-Authority und Page-Authority nicht für seine eigene Domain, sondern für die Domain www.blogspot.abcd auf der alle Blogs laufen. Gerade wenn der Blog erst wenige Monate läuft, ihr nur unregelmäßig bloggt, etc. ist ein DA/PA Wert von >50 absolut unrealistisch. Hier könnt folgende Werte berücksichtigen:
    • Bis 1 Jahr mit regelmäßigen Postings pro Woche = DA/PA <20
    • Bis 2 Jahre mit regelmäßigen Postings pro Woche = DA/PA <30
    • Bis 3 Jahre mit regelmäßigen Postings pro Woche = DA/PA 30-40
  • Auch wenn Blogger/Blogspot zu Google gehört, sind die Reichweiten in der Regel immer etwas geringer als bei einem eigenen Blog bei WordPress, dieses solltet ihr in der Kalkulation berücksichtigen
  • Wenn euer Blog 2-3 Jahre alt ist, euer DA/PA-Mittelwert bei 25-27 liegt und ihr weniger als 500 aktive Facebook-Fans habt, weniger als 7500 Fans bei Instagram habt und davon auch nur 1-2% ansprecht ist, eure Unique Visitors bei <10.000 liegen – dann sind Preise für ein Advertorial von 700-1.000 EUR pro Advertorial mehr als falsch und verderben den Gesamteindruck aller Blogger. Diese Preise stehen dann in keinem Wert zur Reichweite. Nehmt echte Preise, die entsprechend der Reichweite sind und macht dem Partner klar, was er ungefähr erwarten kann. Besonders gut ausgearbeitete Recherchen oder Advertorials können sicherlich einen höheren Wert von 50-70% rechtfertigen, dann sollte die Wortanzahl aber auch bei weit mehr als 1.000 Wörtern liegen und die Follower entsprechend aktiv sein.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Ein T-Shirt und ein BH ist keine Bezahlung

Gerade in den letzten 12 Monaten gab es wieder einige Klassiker, wo man sich einfach fragen muss, warum beschwert Ihr Euch denn selbst über die „schlechte Bezahlung“ und „schlechte Wertschätzung“ von Bloggern in Deutschland, wenn Ihr es selber macht.

Blogger mit mehreren Jahren Blogerfahrung, einer mittleren Reichweite, etc. akzeptieren eine Kooperation für einen BH für EUR 14,95 einer bekannten Wäschekette, die auch noch genau vorgibt, wie sich der Blogger zu positionieren hat (entweder auf der Bettdecke liegend oder mit einer semitransparenten Bluse, enger Jeans und Pumps bei einem Outdoor-Fashionshooting, etc.). Da kann ich, wie viele andere Blogger dann auch nicht mehr verstehen, wenn sich anschließend beschwert wird, dass keine guten Kooperationen mehr möglich sind und keine Preise in Deutschlang bezahlt werden.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Giveaways für deine Leser

Neu hinzugekommen bei der Kooperation sind scheinbar Gewinnspiele für die Blogleser – natürlich ohne Kompensation. „Wir schicken dir das besondere, einmalige und legendäre Fotobuch von uns als Gutschein, den du dann unter allen Lesern verlosen kannst…“. Jeden Tag ein Gewinnspiel für ein neues Fotobuch, eine neue Smartphone-App, oder ein neues Duschgel zu verlosen ist sicherlich nicht im Sinn des Bloggers und der Nutzen – und die Kosten – stehen natürlich in keinem Verhältnis.

Der Klassiker aus dem Sortiment ist ein berühmter T-Shirt-Shop, der mir für die Verlosung ein T-Shirt mit frei gestaltbarem Kater-T-Shirt angeboten hat (Preis ca. 15 EUR) und dessen Kooperation ich natürlich höflich abgesagt habe. Die Antwort war anschließend, man könnte mir auch zehn T-Shirts anbieten, die ich anschließend an 10 Leser verlosen könnte und einzeln verschicken darf. Die Frage der zusätzlichen Versandkosten wurde natürlich nicht mehr beantwortet.

Ein Giveaway ist deutlich mehr Aufwand als ein regulärer Blogpost, sowohl im Vorfeld, wie auch in der Nachbearbeitung und zu viele Giveaways machen deine Blogleser auf Dauer auch nicht glücklich. Ich freue mich nun schon wieder auf die Weihnachtszeit, wo bei jedem zweiten Blog ein Duschgel zum 1.,2.,3. und 4. Advent verlost wird :-) …

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Nichts gegen Barter-Deals

Ich habe generell überhaupt nichts gegen die oben erwähnten Barter-Deals – jedoch unter zwei Voraussetzungen:

  • Das Produkt muss zu mir und meinem Blog einhundertprozentig passen und ich kann es entsprechend nutzen
  • Das Produkt ist im Wert eines Blogposts oder höher und es steht nicht in Konkurrenz zu anderen Partnern, mit denen ich häufig und gerne kooperiere.

Sollte das Produkt für mich jedoch trotzdem interessant sein, aber deutlich unter dem Betrag für meinem Blogpost liegen, besteht immer noch die Möglichkeit, den Partner zu kontaktieren und eine Kooperation aus Mischung von Barter-Deal plus On-Top-Zahlung anzufragen.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur feststellen, lieber einen Deal und eine Kooperation weniger auf dem Blog, dazu im Gegensatz aber auch nur Kooperationen hinter denen ich mehr als 100% stehen kann. Ein Blog, der auf Dauer zu einer „Werbeschleuder“ verkommt (die im schlimmsten Falle noch nicht einmal die Beiträge kennzeichnet) – rutscht bei mir direkt aus dem Feedreader und ich verzichte zukünftig auf alle weiteren Blogposts.

Blogger-Relations – Zusammenarbeit mit Bloggern – Faire Bezahlung für Blogger

Wer professionelle Blogbeiträge und „Werbung“ für Partner bietet, sollte auch fair bezahlt werden. Es wird sich immer wieder in den verschiedenen Blogger-Gruppen beschwert, dass man in Deutschland (Österreich, Schweiz) in vielen Dingen noch nicht mit den USA, Asien, Großbritannien oder auch Italien mithalten kann. Blogger genießen dort bereits ein anderes Ansehen und erhalten auch eine ganz andere Kompensation für Ihre Blogbeiträge.

Aber sind wir „Blogger“ nicht auch selbst dafür verantwortlich? Ich finde schon – so lange es noch immer Blogger gibt, die Ihre jahrelange Arbeit für einen Artikel für 14,95 EUR anbieten, braucht man sich über derartige Aussagen von PR-Agenturen „Wir bezahlen generell keine Blogger – es ist doch euer Hobby“ nicht wundern.

Ich kann nur zukünftig hoffen, dass sich immer mehr Blogger anschließen und diesen „Agenturen“ und „Unternehmen“ auch klar sagen, dass eine professionelle Kooperation für das 100. besondere T-Shirt oder die 500. besondere Handyhülle nicht möglich ist. Eine höfliche Absage mit Begründung gehört für mich noch immer dazu, wobei die Reaktionen dann teilweise auch sehr interessant sind – aber das wäre genügend Lesestoff für den nächsten „Sonntags-Blogpost“…

Ich wünsche Euch erst einmal einen sonnigen Sonntag und viele weitere – gute – Kooperationen mit tollen Partnern und Brands… Viel Spass beim „Bloggen“… V.

39 KOMMENTARE

  1. Hallo Vanessa,
    auch wenn dein Artikel schon etwas älter ist möchte ich dir vielmals für die ermutigenden Worte danken!
    Ich habe das Thema gestern ebenfalls auf meinem Blog angesprochen (aktuell ist bei meinen Lesern, die selbst bloggen, noch große Zurückhaltung angesagt) Habe deinen Artikel gleich mal darin verlinkt, hoffe das geht für dich in Ordnung? Liebe Grüße Desiree

  2. Also ich muss zugeben, ich kenne deinen Blog noch nicht allzu lange, aber deine Artikel sind echt klasse. Macht wirklich Spaß zu lesen :-)
    Ich blogge seit ca. Anfang des Jahres mit zwei Freundinnen und ehrlich gesagt freue ich mich über jedes kostenlose Produkt, das wir testen dürfen. Wir bloggen nur nebenbei und wenn man dann ein Zeitschriften-Abo, ein Armband oder einen Detox Tee erhält, den man sich wahrscheinlich sowieso gekauft hätte, dann freuen wir uns alle 3 meistens sehr. Ich meine hey ich würde auch kein Geld ablehnen, aber solange wir nicht die entsprechende Reichweite haben ist das sowieso völlig irrelevant denke ich.

    Ich freue mich sehr auf weitere Artikel von dir und stöbere jetzt mal ein bisschen weiter in deinen Postings :-)

    xx Vie
    von http://www.viejola.de

    • Liebe Vie,

      die Frage ist natürlich nur, wenn es immer Blogger gibt, die sagen – ich mache es sowieso für umsonst, wird die Bloggerwelt in DE, AT, CH natürlich nicht so weit kommen, wie es z.B. in Spanien, Großbritannien, USA und vor allem Asien ist. Letztendlich bleibt es natürlich jedem Blogger selbst überlassen, was er selbst „wert“ ist und ich kann es am Anfang natürlich verstehen, aber in anderen Ländern gibt es bereits „Mindestbeträge“ auch für Neulinge von z.B. 50 EUR und viele Firmen auch in Deutschland sind bereit diese Beträge zu zahlen, wenn man als Blogger danach fragt. Aber als Agentur würde ich es natürlich auch immer zunächst für umsonst anfragen, dann bleibt mehr Geld bei der Agentur…

      Viel Spaß und viel Erfolg mit eurem Blog – es gibt wohl leider keinen perfekten und richtigen Weg für alle

      V.

  3. Vielen Dank für dein ausführliches Feedback – es ist für mich unglaublich, dass es noch Bloggerbereiche gibt, wo es noch härter als im Reise oder Fashionbereich zugeht… – Wünsche dir eine schöne Restwoche…

  4. Was für ein genialer, ausführlicher Beitrag!

    Ich halte es für ein Hauptproblem, dass viele Blogger einfach nur ihre Seiten füllen wollen. Quantität vor Qualität. Und in welchen Bloggerkreisen gibt es eine ehrliche und offene Gemeinschaft?
    Solange Firmen Blogger finden, die für ein kleines Geschenk fast ihre Seele (respektive Blog) verkaufen, wird sich so schnell nichts ändern…

    Ich habe das Thema mal unter Hundebloggern angesprochen… seitdem werde ich wie eine Aussätzige behandelt… Geld zu vereinnahmen ist ein Tabuthema und wehe, es wird an die Bloggergemeinschaft appeliert – da werden Hundeblogger bissig! Mit etwas Abstand kann ich jetzt damit umgehen (und dank der Reaktion einiger ach so netten Hundeblogger weiss ich jetzt auch, wen ich zu meinen guten Bekannten zählen kann und wen nicht).

    tierisch nette Grüße von Shila, bzw. Frauchen Birgit

  5. Ein interessanter Bericht, der mich nachdenklich stimmt…
    Und ich muss an dieser Stelle sagen, einige „Fehler“ auch zu machen/bzw. gemacht zu haben bei
    neinem Blog/Facebookseite …..

    Gerade als ich angefangen habe, war das eine Spontanidee , aber auch heute nach 3 Jahren bin
    ich viel am umdenken und ändern ….

    Also kommt mir der tolle Bericht als Denkanstoß sehr gelegen und freut mich ;)

    Viele Grüße

    Nicole

    • Liebe Nicole,

      vielen Dank für dein Feedback und es freut mich, wenn mir ein „Denkanstoß“ gelungen ist…
      Viel Erfolg weiterhin mit deinem Blog

      Viele Grüße V.

  6. Hi! Die Frage klingt jetzt bestimmt furchtbar blöd. Sind die UV pro Monat, pro Woche oder pro Tag gemeint?

    Liebe Grüße

    Maria

  7. Vielen Dank für das Post. Da hast du natürlich recht, solange es immernoch Leute gibt die für billig Geld schreiben, wird das wohl nie aufhören. Habe sogar mal eine Anfrage bekommen, die wollten mir gar nichts zahlen und ich hab etliche Blogs gefunden, die es trotzdem gemacht haben.

    • Gerne Pia,
      es ist leider noch immer eine gewisse Gruppe, die zwar „professionell Bloggen“ möchte, aber dieses dann nicht durchhält und auf jede Anfrage reagiert und diese umsetzt.

      Viele Grüße V.

  8. Vielen lieben Dank dir liebe Vanessa. Du sprichst mir aus der Seele und deinen Post werde ich für die „schlechten Tage“ abspeichern und dann immer mal wieder durchlesen. Dankbar bin ich dir auch für den Tipp mit der Domain Authority Was ich da alles Erfreuliches entdeckt habe über meinen Blog….Liebe Grüße aus Frankfurt von Sabina | Oceanblue Style

  9. Liebe Vanessa, Danke für diesen tollen transparenten Artikel. Habe alles heute mal in Ruhe lesen können und bin froh, dass jemand einmal offen und transparent darüber spricht.
    Viele liebe Grüße aus Köln♥, Koko

  10. Liebe Moppi,

    die Preise sind natürlich, wie im Text auch beschrieben, Richtwerte – die +/- 30% sich ändern können, angefangen von der Follower-Zahl, dem Style des Blogs, dem Thema des Blogs, etc.

    In manchen Bereichen liegen die Preise für das Advertorial auch noch deutlich darüber…

    In der Regel wird der Mittelwert der Werte PA/DA genommen und dann in der Tabelle abgelesen…

    Viele Grüße
    V.

  11. Deine Einstellung ist genau richtig ! Das sind engstirnige

    Menschen die nur an sich selbst und den Profit denken ! Die beuten sogar Ihre
    eigenen Mitarbeiter aus glaub mir ! Das gleiche wird mit Grafikdesignern
    veranstaltet ! Da wertschätzt doch keiner die kreative Leistung ! Die lassen
    studierte Designer für Hungerlöhne arbeiten :( Lasst euch das nicht gefallen ! Ihr
    inspiriert macht Werbung arbeitet kreativ ! Fördert den Umsatz ! Das sollte von
    Agenturen ausstreichend honoriert werden ! Weltweit !

  12. Ein toller Beitrag. Ich habe meinen Blog über 4 Jahre, aber von solchen Preisen wie in der Tabelle stehen, träume ich nur. Ich glaube nicht, dass man nur anhand der Jahre den Wert eines Blogs bestimmen kann.
    Was sagen mir jetzt die Werte SEOmoz PA 49 und DA 61, die ich jetzt für meinen Blog erhalten habe?
    Viele Grüße,
    Moppi

  13. Vielen Dank, dein Beitrag bringt es einfach auf den Punkt! Ich habe wirklich nach jemandem gesucht, der über dieses Thema offen spricht. Denn mein Blog ist meine Leidenschaft, aber ich möchte auch damit etwas verdienen und nicht ausgenutzt werden. Was das Thema Preise angeht, sind auch sehr viele Blogger vorsichtig und wollen eigentlich nicht so recht etwas konkretes verraten…

    GLG

    • Vielen lieben Dank für dein Feedback Marina,

      und ich werde es auch nicht verstehen. Es ist immer einer der ersten Fragen in Workshops, was kann ich machen, wie kann ich mit dem Blog etwas verdienen und soll ich für kostenlose Produktproben schreiben…

      Viele Grüße
      Vaness

  14. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!!! Das ist wirklich super hilfreich. Ich habe meinen Blog erst seit kurzem und bin deshalb noch sehr unsicher, obwohl auch mir schon Kooperationen angeboten wurden. Also Danke noch mal und LG aus Freiburg, Neele

  15. Wow! Ein sehr guter und informativer Artikel, den hoffentlich sehr viele Kolleginnen und Kollegen lesen werden. Bloggen ist mehr als ein Hobby für Desperate Housewifes.

    • Liebe Sandra,

      sehr schön zusammengefasst. Für uns als Blogger ist es wirklich wichtig, dass viele Blogger sich darüber bewusst werden und wenn mein Artikel hilft, perfekt und gerne…

      Liebe Grüße
      Vanessa

  16. Ein sehr interessanter und informativer Post liebe Vanessa. Habe ich mir als Lesezeichen abgespeichert

    LG Manuela
    Blush & Sugar

  17. Sehr interessanter Bericht, vielen Dank dafür! Ich habe meinen Blog nun seit einem 3/4 Jahr und schon die ersten Anfragen bekommen, wusste aber bisher nicht so recht wie ich damit umgehen soll. Jetzt fühle ich mich wesentlich sicherer was dieses Thema betrifft :-)

    Ich würde mich freuen, wenn du mich in die Facebook Gruppe „Blogger, Youtuber & PR“ mit aufnehmen würdest. Mein FB-Name ist „Anna Braun“. Vielen Dank!
    Liebe Grüße Anna

    • Vielen lieben Dank Anna – die Frage kam einfach unheimlich häufig in den Workshops auf und wenn wir „alle“ eine gemeinsame Richtung in dem Bereich bekommen, profitieren alle Blogger davon…

      LG V.
      (Freischaltung in der Gruppe schon erfolgt…) :-)

  18. Ein sehr hilfreicher und guter Blogpost.. Ich stimme dir da absolut zu. Wie man kennzeichnet wird ja immer heiß diskutiert, aber DASS man kennzeichen muss sehe ich auch als Pflicht. Bei mir gibt es auch nur No Follow Links und für Produkte im Wert von 15 – 20 Euro blogge ich auch nicht mehr.
    Viele liebe Grüße,
    Ela

    • Vielen Dank Michaela… zum Thema „Kennzeichnung“ kommt in den nächsten Wochen noch einmal ein gesonderter Post – es nervt mich im Moment aber auch fürchterlich… :-) LG V.

  19. Danke für deinen tollen und ausführlichen Beitrag, der uns Bloggern mal zeigt, dass wi uns wirklich nicht mit Kleinstbeträgen oder -produkten abspeisen lassen müssen.

    Es geht ja soweit, dass die Leute sagen: „Aber wenn wir dir den Beitrag schreiben, ist dein Aufwand ja nicht mehr so groß …“
    Stimmt. Das ist dann ein Werbeplatz, der entsprechend bezahl werden muss. Aber leider habe ich auf mein Preisangebot von besagter Firma nie mehr eine Rückmeldung erhalten.

    Liebe Grüße
    Carolin

    • Liebe Carolin, passiert aber auch bei mir – und ich kann auf Dauer sehr gut damit leben… auf solche Partner verzichte ich gerne. Transparent und fair Miteinander – jederzeit gerne… andere Kooperation – nein Danke…

      LG und weiterhin viel Kraft V.

  20. Dieses schwierige Thema hast du sehr gut zusammengefasst und dargestellt! Es ist wie ich finde sehr schwierig zu entscheiden ob man den Blogpost jetzt einfach aus Begeisterung mit der Marke macht oder eine angemessene Vergütung für seine Arbeit erwartet..Interessant auch die Tabellen! :)

    x Stefanie
    http://www.thefashionrose.com

    • Vielen Dank Stefanie. Es ist manchmal auch schwierig und sollte jeder Blogger selbst entscheiden. Wichtig ist halt nur, dass sich die Blogger einig sind, es nicht mehr für eine Handyhülle, ein billiges T-Shirt, etc. zu machen…

      Viele Grüße V.

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