Lifestyleblogs oder Reiseblogs – Wer hat mehr Einfluss?

Was sind die wichtigsten Lifestyle Blogs und welche Blogger haben Einfluss – die Frage wird mir bei vielen Vorträgen und Workshops immer wieder gestellt. Ebenso ist es immer wieder eine der wichtigsten Fragen, sind Lifestyle-Blogger die besseren Reiseblogger oder interessanter für Brands, PR-Agenturen und Touristiker. Das viele Fashionblogger und Modeblogger häufig auch in den Bereich Lifestyle tendieren und Ihren eigenen Blog zum Lifestyleblog wandeln, ist nicht verwunderlich. Immer mehr Themen des Alltags gehören einfach zum täglichen „Lifestyle“. Die regulären Urlaubsreisen werden dann häufig auch direkt als Event auf dem eigenen Blog geschrieben.

In der Einordnung ausgeschlossen sind im Moment zunächst Beauty-Blogs und Kosmetik-Blogs, genauso wie Technik- und Autoblogs, die thematisch noch sehr genau trennen. Zwischen Lifestyleblogs und Reiseblogs scheint die Konkurrenz immer größer zu werden, denn es sprechen viele Punkte bei Unternehmen dafür, einen Lifestyleblog, einem Reiseblog gegenüber vorzuziehen.

Welches Ranking für die Top Reiseblogs und Top Lifestyleblogs

In den letzten Tagen erhielt ich von DrKPI, die sich schwerpunktmäßig mit dem Einfluss von Blogs beschäftigen, die neue Ranking-List, der Top 100 Lifestyle-Blogs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Gegenzug zu Ranking von Ebuzzing (jetzt Teads.tv) sind die Messwerte hier transparent und lassen auch verschiedene Blogs miteinander vergleichen. Während bei DrKPI weitere Messwerte, wie Inhalt und Gestaltung und erster Eindruck des Blogs ebenfalls in die Bewertung einfließen und erkennbar sind – wird bei Teads.tv das Ranking verschleiert. Es ist auch für große Blogs, die nachweislich hohe Kennzahlen haben, gute Sharing-Werte und regelmäßig Updates veröffentlichen verwunderlich, warum bei nahezu identischen Zahlen über mehrere Monate, der Blog in der Kategorie Reise z.B. zwischen Platz 2 und 50 schwankt. Ein neuer Blog, der einfach nur Updates streut, ohne Follower, etc. auf einmal bei Platz 6 rankt und einfache Linksammlungen mit zwei Zeilen Text hochgerechnet werden.

So unterschiedlich die verschiedenen Rankings sind, ob bei DrKPI oder bei Teads.tv, ob Cision oder weitere Anbieter, das Ergebnis bei den meisten Bloggern ist parteiisch – in der Liste in der ich als Blogger oben stehe, wird natürlich richtig gerechnet. Entsprechende Einflussfaktoren werden schnell vor Ende des aktuellen Monats noch einmal durch den einen oder anderen Trick schön gerechnet. In einigen Secret-Groups auf Facebook wird gegenseitig jeder Post geliked, nur um Ranking evtl. eine Position nach oben zu springen.

Auch wenn mein Blog beim Ranking der Top 100 Lifestyle Blogs von DrKPI auf Platz eins mit einem sehr guten Score bewertet wird und ich vom Score her die Bewertung auch des besten Reiseblogs von Yvonne Zagermann mit JustTravelous absolut nachvollziehen kann, so ist dieses jedoch nur ein weiteres Ranking.

Was man positiv bei dem Ranking erwähnen muss, dass sowohl bei Reisebloggern (wie z.B. mit Yvonne Zagermann, die seit Jahren um die Welt reist und darüber berichtet) als auch im Lifestyle-Blogger Ranking viele Blogger oben genannt werden, die schon seit Jahren Ihren Blogs schreiben und regelmäßig pflegen. Ausreißer wie bei Teads.tv gibt es dort weniger. Wie soll man auch ein Ranking erklären, wo ein neuer Blog, mit noch nahezu null Reichweite auf einmal als „zweitwichtigster“ Reiseblog eingestuft wird. Welchen Sinn sollte es für das Unternehmen haben, dass damit werben möchte.

Blogger-Ranking und Ranking-Faktoren

Schaut man sich gerade bei Teads.tv einmal die Rankings der verschiedenen Seiten an, so ist es doch faszinierend, dass nach wie vor die berühmten „Blogger-Sammelpostings“ Einfluss auf das Ranking nehmen – lustigerweise werden diese immer noch schnell am Ende des Monats veranstaltet, so dass auf mehreren Blogs auf das eine „tolle Thema“ hingewiesen wird, ohne einen eigenen Mehrwert oder vor allem interessante Inhalte für die Leser. Nicht ohne Grund wird häufig darüber gesprochen und ich in Workshops gefragt, „Was soll das? Bringt es den Bloggern etwas? Verwässert es nicht die Blogs?“

Umso schöner zu sehen ist es, dass auf diese Rankings immer weniger Wert von großen Brands und Unternehmen gelegt wird. Sicherlich vertrauen einige kleine Reiseunternehmen oder PR-Firmen nach wie vor auf irgendein Ranking, die großen Global-Player jedoch vertrauen ganz anderen Werten, um die Sichtbarkeit der Blogger zu prüfen.

Natürlich sieht es schön aus, wenn ein Beitrag bei Twitter 15x oder 20x geteilt wurde – jedoch ist die wesentliche Frage natürlich dahinter, wer teilt den Beitrag. Ist es ein User, der selbst nur 15 eigene Leser hat oder ist z.B. ein „Retweet“ von Welt.de, Focus.de oder Spiegel.de mit einer Reichweite von einer Million Lesern. Beide werden bei Twitter nur als 1x geteilt gewertet, doch mit ganz anderen Reichweiten. Während bei Teads.tv diese Faktoren nicht berücksichtigt werden, nutzen die großen Player ganz andere Rankings, die auch die unterschiedlichen Reichweiten und Themen ganz anders aufschlüsseln – und vor allem nachvollziehbar machen.

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Sind Lifestyle-Blogger die besseren Reiseblogger?

Nicht ohne Grund ist die Frage von mir so provokativ gestellt und auch ich spüre immer wieder die Kommentare – sollte ein Lifestyle-Blog nicht bei Reiseblogs ausgeschlossen werden? Die Frage im Gegenzug wäre natürlich, dürfen Reiseblogger auch über eine Winterjacke berichten oder über Technik-Gadgets – wären es nicht dann auch direkt ein Modeblogger und ein Technik-Blogger und müssten auch aus dem Reiseblogger-Ranking ausgeschlossen werden.

Während ich mich gerne mit Bloggern und Social Media Freunden aus Italien, Spanien, UK, USA und vor allem Asien austausche und es immer wieder „Kopfschütteln“ auslöst, das man so gegeneinander arbeitet – habe ich mich langsam daran gewöhnt. Mir ist es schon mehrfach passiert, das man auf einmal in einer Gruppe saß und ganz offen über Themen gesprochen hat, was im Blog passiert, was gut bei Lesern ankommt und welche Tools dem Blogger helfen – nur nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Während bei vielen Lifestyle-Bloggern das Ranking nahezu zweitrangig ist, die Follower Zahlen auf den meisten Seiten auf der linken oder rechten Seite transparent sind, sucht man auf vielen Reiseblogs die Zahlen leider vergeblich. Gibt ein Wert bei Bloglovin gut an, wie viele Leser z.B. per Abonnement sich die Updates des Blogs zuschicken lassen und Zahlen von 500 – 1000 Lesern sind dort keine Seltenheit, so haben viele Reiseblogs gar keinen Bloglovin Button auf der Seite oder gerade einmal 50-100 Abonenten.

Ob Lifestyle-Blogger generell die besseren Reiseblogger sind, lässt sich nicht pauschal sagen, es hängt immer vom Projekt ab und wie dieses Projekt geplant wurde. Wie auch schon in meiner Beitrag in der Offline-Ausgabe von „pureGLAM.tv – das Magazin – Ausgabe 2“ genannt, ist es wichtig – die richtigen Blogger für das Projekt zu finden.

Möchte ich nach „Gießkannen-Prinzip“ einfach einmal 30 Blogger gemeinsam für ein Hotelprojekt einladen, ohne mich vorab mit den Reichweiten zu beschäftigen, kann ich Glück haben oder das Projekt zum Gespött im Netz werden. Es ist fraglich, wenn man zwanzig bis dreißig junge und kleinere und mittlere Modeblogger einlädt und dazu ein, zwei Reiseblogger und hofft, dass das Hotel anschließend eine gute Promotion erhält. Ich muss zugeben, ich bin selten so häufig auf eine Kooperation, an der ich nicht teilgenommen habe, angesprochen worden, was ich den von der Zusammensetzung gehalten habe – aber ich weiß schon, warum ich vorab dankend abgelehnt habe.

Die Rechnung scheint einfach zu sein – 20x Reichweite von kleinen und mittleren Modebloggern und dazu eine Reisebloggerin / ein Reiseblogger für das Thema Reise und hoffentlich entsteht eine gute Reichweite. Wen man bei diesem Projekt erreichen möchte, bleibt fraglich, die entsprechenden Werte bei Search-Metrics wie zu erwarten.

Möchte ich für meine Reise eine genaue Zielgruppe ansprechen, eignen sich viele Reiseblogger sicherlich gut dazu – soll es jedoch auch die Reichweite und Bekanntheit sein, werden von vielen Unternehmen auch immer häufiger Lifestyle-Blogger gewählt.

Soll die Zielgruppe für das Hotel, die Destination oder den Anbieter z.B. „Reisen für die ältere Generation, Reisen mit Kindern, Familienurlaub, Einöde, etc.“ sein – eignen sich die thematischen Reiseblogs sicherlich deutlich besser als viele Lifestyleblogger. Geht es jedoch um Wellness-Hotels, Romantik-Urlaub oder auch Städtereisen werden verständlicherweise immer mehr Lifestyle-Blogger kontaktiert.

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Lifestyle-Blogger – der authentische Reiseblogger

Die Frage, die mir in meinen Workshops immer wieder gestellt wird ist, sind „Lifestyle-Blogger die authentischeren Reiseblogger“ kann ich häufig nicht direkt beantworten. Da aber gerade in der heutigen Zeit viel über Bilder erzählt wird, sprechen viele Faktoren dafür, auf einen Lifestyle-Blogger zurückzugreifen und diesem, einem Reiseblogger vorzuziehen

  • Reichweite
    • Reiseblogs: Sicherlich ein wesentlicher Faktor. Große Reiseblogs haben 3k-5k Follower, bis auf wenige Ausnahmen maximal 10.000 Unique Visitors und ca. 30.000 Pageviews.
    • Lifestyleblogs: Reguläre Lifestyleblogs sprechen häufig bereits 20k Follower an, Reichweiten von bis zu 30.000 Unique Visitors sind keine Besonderheit.
  • Sichtbarkeit
    • Reiseblogs: Auf Grund der geringeren Follower-Anzahl ist Google für immer mehr Reiseblogs ein wichtiger Faktor. Nur wenn zu dem Thema gesucht wird, wird der Beitrag auch angezeigt.
    • Lifestyleblogs: Bei Lifestyle-Bloggern wird jede Reise, jeder Beitrag von den Followern „aufgesaugt“ – unabhängig ob man zunächst an der Reise interessiert ist, da man wissen möchte, was die „Person erlebt“. Hinzu kommt die hohe Sichtbarkeit bei Google – somit erreicht man mit nahezu identischem Aufwand, eine weitaus größere Lesergruppe
  • Fotoqualität
    • Reiseblogs: – Für viele Reiseblogger gehört das Fotografieren scheinbar noch immer zu den Pflichtaufgaben, weil man sowieso dabei ist. Es ist gibt einige wenige sehr positive Ausnahmen, die man sich gerne ansieht, aber welchen „Nutzen“ hat ein schlecht fotografiertes Stofftier oder ähnliche Gegenstände für eine Destination oder ein Hotel? Hinzu kommt die Bequemlichkeit, viele Fotos schnell mit dem Smartphone zu erstellen – unabhängig ob gutes Essen, toller Wellnessbereich oder Sonnenaufgang in der Wüste.
    • Lifestyleblogs: – Bei Lifestyle-Bloggern wird in der Regel viel mehr Wert auf das Bild gelegt, der Blogger selbst steht im Mittelpunkt und stellt das Hotel, die Destination oder auch das Essen ausführlich und sehr detailliert vor. Eine DSLR-Kamera ist für Lifestyle-Blogger ein absolutes Must-have, verschiedene Objektive keine Seltenheit, je nach Situation.
  • Video
    • Reiseblogs: Seit einigen Jahren bieten einige wenige Reiseblogger auch die Option der Videoclips für Corporate Webseiten oder auch die Youtube-Kanäle der Reiseblogger an. Das Paradebeispiel ist seit Jahren Phil von Killerwal.com, der seit sieben Jahren Reisevideos als Schwerpunkt auf seinem Reiseblog anbietet und nun auch über 2.200 Abonnenten hat oder Christoph von Vonunterwegs.com mit über 1.100 Abonnenten. Es ist einfach schade zu sehen, dass wirklich teilweise sehr gute Videos, die mehrere Tage Produktion und Nachbearbeitung in Anspruch nehmen, im Jahr von gerade einmal 2.000-4.000 Menschen gesehen werden.
    • Lifestyleblogs: Eine Kamera und ein Videoclip sind für immer mehr Lifestyle-Blogger eine Selbstverständlichkeit. Sie wollen den Followern nicht nur ein paar Fotos vom Hotel oder der Destination zeigen, sondern auch für Fragen direkt ansprechbar sein. Man ist persönlicher mit dem YOUTUBER unterwegs, kennt die Alltagsprobleme und eine „Fanbase“ entsteht. Videos werden unabhängig vom Reisethema schnell innerhalb von einer Woche 1.000x angesehen. Als Vergleich – ein Hotelvideo, welches ich für das Sheraton Frankfurt Airport Hotel gemacht habe und zu Beginn meines Youtube Kanals vor ca. 3 Monaten online gestellt habe, wurde bereits über 9.000x angesehen. Mein Youtube Kanal als Lifestyle-Blogger und Vlogger hat in nicht einmal 4 Monaten über 2.500 Abonnenten angezogen, die monatliche Reichweite der Videobeiträge liegt um ein vielfaches höher.

Dieses sind natürlich nur ganz wenige Beispiele und in den Workshops stelle ich weitere Faktoren und Einflüsse vor, aber es fällt natürlich sofort auf, Lifestyle-Blogger sind direkt dabei und flexibel für viele Themen einsetzbar. Die höhere Reichweite im Vergleich zu vielen Reiseblogs macht Lifestyleblogger seit vielen Monaten nun auch für viele Reiseziele sehr interessant und so kann ein Reiseziel, ein Hotel oder auch ein Technikprodukt für die Reise von einer ganz anderen Seite betrachtet werden und gleichzeitig eine viel größere Gruppe an Lesern angesprochen werden.

Bei nur wenigen Reiseblogs gibt es leider eine direkte „Fanbase“ – man sucht die Informationen zu der anstehenden Reise, die man innerlich schon geplant hat oder lässt sich inspirieren, weil man dem Reiseblogger generell folgt. So ist es natürlich schwerer ein bestimmtes Thema entsprechend den Lesern vorzustellen, gerade auch, wenn der Reiseblog wenig Wert auf SEO oder gute Fotos legt.

Die vielleicht liebevoll gestaltete Reise, der tolle Hotelbericht oder das besondere Wellness-Wochenende erreichen dann nur eine kleine Leserschicht, von denen viele der Leser selbst auch noch Reiseblogger sind.

Alcudia - Mallorca - Historische Altstadt und Touristenzentrum a

FAZIT – Lifestyleblogger der bessere Reiseblogger

Auch wenn ich gerne direkt ja oder nein sagen würde, so kann man diese Frage einfach nicht komplett beantworten, da es immer von verschiedenen Faktoren abhängig ist.

Viele Reiseblogger recherchieren intensiver über das Reiseziel und bereiten sich auch genauer auf die Reise vor – erreichen jedoch bei weitem nicht die großen Reichweiten, die ein Lifestyle-Blogger bietet. Wenn man eine spezielle Zielgruppe ansprechen möchte, wie z.B: Reisen für ältere Menschen, Reisen für Menschen mit Hund oder Reisen mit Kind, Familienurlaub, etc. – führt kein Weg an Reisebloggern vorbei.

Möchte man sein „Produkt“ einer großen Leserschicht bekannt machen, einen neuen Weg gehen, gibt es keinen Weg mehr ohne Lifestyle-Blogger. Die größere Reichweite, die häufig besseren Fotos und auch die Flexibilität des Einsatzes sind eine klare Empfehlung für Lifestyle-Blogger.

Im Gegensatz zu den Reisebloggern, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind, bewegen sich die meisten Lifestyle-Blogger in den Altersgruppen von 22 bis 40 Jahren und sprechen daher auch eine andere Zielgruppe an.

Wenn man nun einen Blick auf die Reisemessen, wie z.B. die ITB in Berlin, die CMT in Stuttgart oder die free in München wirft, werden auch Lifestyle-Blogger immer häufiger wahrgenommen. Kamen die Anfragen in die letzten Jahren noch primär für Reiseblogger, so stapeln sich diese schon 10 Wochen vor der Messe auch für meinen Lifestyleblog pureGLAM.tv

In den nächsten Tagen werde ich dann auch noch einmal die Frage erläutern, sind YOUTUBER die besseren Blogger, sollte jeder Blogger auch ein YOUTUBE Kanal haben oder wie wichtig ist YOUTUBE für Blogger. Mehr dazu aber dann in den nächsten Tagen. Wenn Ihr kein Update verpassen möchtet, folgt doch einfach meinen verschiedenen Kanälen…