Düsseldorferin in High-Heels auf dem Kölner Dom

 

Wenn in Düsseldorf über den Kölner Dom gesprochen wird, ist es natürlich immer mit einem Zwinkern zu verstehen – eigentlich darf man als Düsseldorferin den Kölner Dom nicht schön finden. Bei mir ist es etwas anders – von innen ist der Dom sicherlich eines der schönsten Bauwerke der Art weltweit und gehört nicht umsonst zum UNESCO Weltkulturerbe.

Durch meinen Aufenthalt während der Weihnachtsmärkte in Köln, die freundlicherweise von HRS.de unterstützt wurden, ergab sich die Gelegenheit und auch meine leichtsinnige Formulierung, “wenn das Wetter schön ist, besteige ich den Dom.” – Es war Schnee und Regen angesagt, was sollte mir schon passieren… :)

Ich bin schon mit High-Heels auf eine Berghütte geklettert, stand mit hohen Absätzen in Schladming auf einem Segway, warum also nicht auf den Dom.

Wie der Zufall es wollte, war am Montag vormittag von Schnee und Regen in Köln keine Spur. Sonnenschein, 8°C und blauer Himmel. Nach Besteigung der Sagrada Familia, der Kathedrale von Barcelona (hier) und zuletzt dem Mailänder Dom (hier), wurde der Montag mein Tag für die 530 Treppen hinauf auf den Dom.

Kölner Dom - Aufstieg, Treppen und Aussicht von der Domspitze

Der Eintrittspreis für die Besteigung war die erste positive Überraschung. Während man in Barcelona über 15,00 EUR bezahlt, in Mailand mindestens 7,00 EUR, kostet der Aufstieg auf den Kölner Dom lediglich 3,00 EUR und war von 9 Uhr bis 16.00 Uhr möglich.

Also nicht unbedingt die höchsten High-Heels genommen, die kleine Kamera für ein Videoclip eingepackt und eine große Kamera für tolle Bilder von der Aussichtsplattform, knapp 100 Meter über Köln.

Nachdem ich in der letzten Woche bei der Einweihung des Spa & Wellnessbereichs in München (nur 75 Meter über dem Boden – 23. Etage) war und ich den Aufzug nehmen konnte, wurde mir bewusst, wie hoch es doch werden dürfte. 100 Meter – kein Aufzug! Hätte ich in München bereits einmal die Treppen als Trainingslager genutzt.

Nach dem “üblichen” Besuch durch das “Souvenirgeschäft” und einer eleganten Treppe aus Beton und Stahl, begab es sich direkt und ohne Vorwarnung in die Wendeltreppe. Wer nun dachte, alle fünf Meter gäbe es eine Plattform für eine Pause oder um die Besucher, die von oben wieder herunterkommen, vorbeizulassen, hat sich getäuscht.

Der erste Ruheplatz kommt ca. auf 45 Meter Höhe – also ungefähr 15 Wohngeschosse… und ist mitten im Glockenhaus. Zur Begrüßung oder wie durch Zufall, musste diese Glocke beim Betreten dann direkt Ihre volle “Wirkung” einmal entfalten. Natürlich war der Aufstieg bis dahin – locker – zu bewältigen :) und man brauchte sich keine Pause im Glockenhaus gönnen.

Der weitere Aufstieg hatte dann nach dem Ende der Wendeltreppe eine kleine Überraschung bereitgehalten. Wer noch keinen Schwindel durch die Wendeltreppe hatte, wurde nun auf die Höhenangst getestet. Auf der nächsten Rastfläche wartete ein Metallkäfig – weitere 20 Meter Aufstieg durch das Metallgerüst, direkter Blick nach unten möglich. Hat auch einmal etwas :)

Und zum Abschluss, weil man es gewohnt war, noch einmal eine kleine sehr enge Wendeltreppe – wirklich “High-Heels-freundlich”…, aber dann die Spitze des Aufstiegs nach über 530 Treppen erreicht. Die Oberschenkel etwas stärker durchblutet und die Ausschilderung zur Aussicht. Fotokamera bereits in Händen und ein erster Blick auf die Domstadt.

Das einzige was den Ausblick noch störte, war der Maschendrahtzaun an dieser Stelle. Glasscheiben waren von anderen Aussichtspunkten bekannt, aber enger Maschendrahtzaun? Das war an dieser Stelle doch ein wenig “unglücklich” … 10 Meter weiter nach rechts, hinter der nächsten Ecke stand ein Fernglas – Geld einwerfen und dann die Aussicht genießen, aber weit gefehlt, auch vor dem Fernglas – Maschendrahtzaun.

Kölner Dom - Aufstieg, Treppen und Aussicht von der Domspitze

Selbst nach einer halben Runde auf der Domplattform gibt es nur einen Einsicht – überall Maschendrahtzaun oder wo kein Zaun ist, sind Graffitis. Nicht erst vor wenigen Wochen entstanden, sondern auch schon mit dem Datum “1994″ gekennzeichnet. War der Aufstieg also nicht für eine tolle Fotogeschichte gedacht, sondern zu einer Kunstausstellung?

Eine Frage bei dem überaus – freundlichen und sehr hilfsbereiten (Ironie!) :) – Personal in einer Glasbox (vermutlich Angst vor Graffiti?) gab nur die kurze Erklärung “Es ist eine Aussichtsplattform und kein Fotopunkt!”. Auch eine Einstellung.

Beim Abstieg über die 530 Stufen konnte man sich dann noch einmal die Gelegenheit nutzen und die verschiedenen “Kunstwerke”, die in jeder Runde der Treppe sichtbar sind, zu interpretieren.

Als Freundin schöner und imposanter Bauwerke, und dazu gehört auch der Kölner Dom, muss ich sagen, dass ich doch etwas schockiert war, genauso wie viele Touristen aus den USA, Japan und China, die oben auf der “Aussichtsplattform” die selbe Erfahrung machten.

Die schönen Gebäude und der Rhein, die direkt vor der Tür liegen, sind toll anzusehen, aber die Beschädigung durch Graffitis bei einer Kirche ist doch mehr als unangemessen.

Liebe Kölner, unabhängig ob als Düsseldorferin in High-Heels auf dem Kölner Dom oder Besucher eurer zugegeben, schönen Stadt, der Dom ist von der Domplatte aus beeindruckend, von innen absolut schön, aber die Plattform, für die man 530 Stufen hinaufsteigt – absolut nicht sehenswert.

Für mich war es eine schöne sportliche Übung, mit einer schönen Geschichte und einem netten Videoclip der noch folgt, aber selbst 3,00 EUR für diese Graffiti-Ausstellung oder Maschendrahtzaun sind doch nicht angemessen.

Dann kann ich meinen Lesern nur empfehlen, spart euch den Aufstieg, genießt andere Teile von Köln – oder wenn Ihr auf einen Dom möchtet, fahrt nach Mailand oder nach Barcelona.

Kölner Dom - Aufstieg, Treppen und Aussicht von der Domspitze

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About The Author

Als Fashionblogger und Lifestyle-Bloggerin schreibe ich seit Anfang 2011 fast täglich über alles was mich bewegt, Mode & Trends, Reise,Hotels und Events, Technik & Gadgets. Natürlich dürfen meine 3 wichtigsten Dinge dabei niemals fehlen (die ich auch auf eine einsame Insel mitnehmen würde): Ein Paar High-Heels, eine gute Spiegelreflexkamera, einen Laptop. Wenn ich nicht auf pureGLAM.tv schreibe, findet Ihr meine Berichte auch auf pureFASHION.tv & pureTRAVEL.tv. Gleichzeitig nutze ich immer mehr Zeit für meine Videoclips in meinem Kanal bei Youtube. Mehr über mich gibt es auch unter Über mich.

3 Responses

  1. Ingo

    Wenn es darum geht, eine Aussicht auf Köln zu genießen, kann ich den KölnTriangle auf der anderen Rheinseite empfehlen. Da geht es – mit Ausnahme der letzten Etage – mit dem Aufzug hoch und dann nur noch eine Etage Treppen steigen. Die Aussicht ist grandios und nicht durch eine unsägliche Gitterkonstruktion getrübt. Das schöne dabei ist: Man auch den Dom vernünftig fotografieren ;-)

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  2. Ingo

    Die Erfahrung mit dem Maschendrahtzaun hatte ich auch bereits gemacht. Truebt in der Tat das Erlebnis auf der Plattform ein. Fototechnisch ist das mit einem Smartphone vielleicht noch zu umgehen. Bei ‘echten’ Kameras mit Objektiv wird das allerdings wirklich schwierig.
    Die Konstruktion des Glockenspiels fand ich dafuer sehr beeindruckend.
    Vielen Dank fuer den lesenswerten Bericht (immer mit einem Augenzwinkern ;) und noch ein schoenes Wochenende.
    Ingo

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Vielen lieben Dank für Euren Kommentar :)